Schritt für Schritt durch die Heimat (4)

Am vierten Tag unserer Sommertour wurden wir vom warmen Schein der Morgensonne geweckt, welcher durch das kleine Fenster der Hütte strahlte. Es erwartete uns wieder ein herrlicher Sommertag. Wir traten vor die Tür, sogleich wurde das Wasser für den Kaffee aufgesetzt, ein kleines Frühstück gerichtet, so dass wir noch in Ruhe die morgendliche Stimmung hier über dem Tal mit der herrlichen Aussicht genießen konnten. Die Schlafsäcke haben wir hier mal kurz gelüftet, danach wurden sie sorgfältig wieder verschnürt, dazu das Outdoor Geschirr, die Hygiene Utensilien und nach ca. 1 Stunde sind wir entspannt los gewandert an diesem sonnigen Donnerstagmorgen. Ohne zu erahnen, wie dieser Tag sich noch komplett anders, als geplant, umgestaltete. Aber vorerst liefen wir noch zum Aussichtspunkt vom Köpfle, noch ein Blick zurück auf Menzenschwand, danach ging’s in Richtung Farnwitte.

Es lief sich beschwingt, leicht bergauf und die Natur war wieder genau nach unserem Geschmack. Heidelbeersträucher, soweit man blicken konnte, Farne, Gräser, Bächlein einfach heimelig diese Gegend hier. Von Farnwitte konnte man nochmal herrlich über das ganze verschiedene Grün drüber schauen und diese fast unberührte Natur in Ruhe betrachten.

Wir bogen nach rechts auf den E1 Fernwanderweg ein. Aha , verläuft also so eine große Tour, hier entlang. Interessant, das man dies mal so kennenlernt. Das der bekannte Westweg hier entlang führt, war mir bewusst, unsere Wanderrouten kreuzen diesen öfter mal , schon allein, wenn wir wieder auf und um den Belchen herum auf Tour sind. Aber so ein Europäischer Fernwanderweg, hat schon was, na zumindest sind wir ihn nun am heutigen Tage ein Stück gefolgt. Hier eröffnet sich zwischendurch noch ein wunderschöner Blick über den Schluchsee, wir pausierten kurz, genossen den Ausblick.

Wären wir auf dem E1 geblieben, so wären wir gegen Mittag am Schluchsee bei Aha gewesen oder früher , danach wären wir wie geplant zum Windgefällweiher gelaufen und dort hätte wir den restlichen Tag verbracht, wären eventuell baden gegangen. Aber wir wollten ja noch bisschen Gepäck los werden, daher schlugen wir an der nächsten Wegzweigung um auf die blaue Raute, da wir vermuteten in Altglashütten eine Post zu finden. Welch großer Irrtum.

So nun waren wir gegen Mittag also in Altglashütten an der Tankstelle angekommen, dort erfuhren wir, es gibt keine Post mehr. Erst wieder in dem Ort Schluchsee. Was für ein Malheur, wer schon auf Wanderschaft war, wird es nachvollziehen können. Da stehst nun in der brütenden Mittagshitze in einem Dörfchen, wo eigentlich doch der ein oder andere Tourist seine Unterkunft hat, hier reihen sich Ferienwohnung an Ferienwohnung und noch Pensionen und kleine Hotels und dann keine Post, und auch keine Bank , also wenn man was braucht, wird’s eng hier in Altglashütten. Der Tankwart erklärte uns durch die Pandemie ist einiges eingeschlafen hier und kaputt gegangen. Furchtbar! So schöne Gegend und kleine Wirtschaften, und doch musste der ein oder andere schließen.

Also , wir mussten nach Schluchsee und um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, entschieden wir uns kurzerhand für die Strecke auf die Bahnverbindung auszuweichen. In Schluchsee kamen wir ca. zur dreizehnten Stunde an. Oh Mann, was für ein Glück, die Post macht gerade Mittag und öffnet erst 15 Uhr wieder, Boah das kostet Zeit!

Was macht man, na bei dem Wetter, geht zumindest immer ein Eis. Dann schlenderten wir durchs Mittags ruhende Städtchen, wo es an der Zeit war, mal selbst etwas Kraft zu tanken und wir suchten uns eine Bank. Wir beobachten ein wenig die Leute, plötzlich viel uns eine Frau auf, welche Hilfe benötigte. Sie war mit dem Fahrrad unterwegs und zwischendurch gestürzt. Ihre Knie bluteten ordentlich und keine Arztpraxis hatte zu dieser Zeit offen. Wir hatten zum Glück ein Erste Hilfe Set dabei und waren ganz gut ausgestattet, mein Mann versorgte ihr die Wunden und so konnte auch sie diesen Nachmittag noch ihre Fahrradtour fortsetzen.

Endlich, die Post öffnete ihre Türen wieder, wir gaben das überflüssige Gepäck ab, danach noch an die Bank, bisschen Bares holen, die meisten Wirtschaften sind nicht unbedingt für Karten Zahlungen ausgestattet, gerade im Gebirge. Wir haben daher immer etwas Kleingeld dabei. Nun war es aber an der Zeit wieder weiter zu wandern, besser gesagt, erstmal wieder auf die Route zu kommen. Am See entlang liefen wir , ja sehr lange, zwischen durch suchten wir eine Badestelle, mal zum abkühlen und einfach ein sauberes Gefühl zu haben. Danach wäre eine Grillstelle nicht schlecht, damit wir mal was essen und später nur noch ein Schlafplatz brauchen. Es wird doch wohl eine Hütte kommen? Was waren wir an diesem Tag zuversichtlich. Naja, eine Badestelle war schon mal gefunden.

Die Erfrischung tat uns gut, wir genossen das kühle Nass, stand die Sonne doch schon sehr tief an diesem Sommernachmittag, es war auch noch sehr heiss um diese Uhrzeit.

Weiter ging’s vorwärts zu dem Örtchen Aha, da soll ein Natur Camping Platz sein. Super, wir würden Grillstelle und ein Nachtlager haben, könnten eventuell nochmals in den See und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Hast gedacht…wir kamen dort vorne an, Camping ausgebucht. Oh je, nächste Möglichkeit, Windgefällweiher, wo wir wieder an unsere Tour anknüpfen könnten und im Zeitplan, am nächsten Tag weiterwandern würden. Es waren noch ca. 3 km bis dorthin, machbar für uns, also weiter laufen.

Von diesem Abschnitt habe ich keine Fotos, ich war zu sehr damit beschäftigt, vorwärts zu kommen und bald was zu essen in den nun langsam knurrenden Magen. Als wir vorne am Weiher ankamen, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, das wir nicht nur, am ganzen Weg keine Grillstelle gefunden hatten, auch waren hier, wo der Windgefällweiher einst mal als Geheimtipp galt, ein Hotel und Badeplatz entstanden, also auch keine Möglichkeit für uns hier zu nächtigen und um den ganzen See wollten wir nun auch nicht mehr laufen, in der Hoffnung, etwas abseits unsere Ruhe zu finden, dabei wären wir ja auch wieder rückwärts gelaufen. Also blieb nichts anderes übrig, als ja weiter zu laufen. Wohin , jetzt kommt’s… Altglashütten 😆😆😆 ich hätte, oooooch neee!!! Nach einer Weile standen wir also wieder an diesem Bahnhof, jetzt mag i aber nimmer! Wir fuhren mit der Bahn nochmal , aber diesmal in die andere Richtung, ins Bärental, dort war eine Grillstelle auf unserer Karte eingezeichnet, also würden wir wenigstens schon mal was zum Essen bekommen.

Es war kurz vor 20.00 Uhr, als wir ankamen, jetzt aber zügig, wie lange hat der Supermarkt hier auf? Ohhh zum Glück, endlich auch mal heute, bis 21.00 Uhr. Puhhh durchatmen, was zum trinken, paar Würstchen zum grillen und dann , ja wo ist denn nun die Feuerstelle. Karte raus, drauf geschaut, muss hier in der Nähe sein, orientierend schauten wir uns um. Hinter dem Supermarkt ging ein Pfad entlang, dort befanden sich Wander Beschilderungen, wir liefen paar Schritte und ahhh dort war ein wunderbares geeignetes Plätzchen. So fanden wir auch gleich noch unser Nachtlager. Es gab eine Hütte, leider privat und daher abgesperrt, aber es gab Bänke und die empfanden wir als genau richtig. Es war Sommer und es war warm, daher alles super. Wir hatten sogar Gesellschaft von einer Camperfamilie und somit etwas Unterhaltung. Man tauschte sich bei einem Gläschen Wein aus und gegen 23 Uhr waren wir in unsere Schlafsäcke gemummelt und über uns der Sternenhimmel. Wunderbar.

Eigentlich, doch ein gelungener Tag. Richtig schöner Wald am Morgen, danach ein Ausblick zum verweilen, der wunderschön erfrischende Schluchsee und nun sogar zum Abschluss des Tages, gemütliches Lagerfeuer mit Unterhaltung und sogar schon weiter gekommen, als geplant. Morgen sind wir dann in der Feldberg Region und da erwarteten uns gleich mehrere Highlights.

Aber erstmal Schlafen und morgen im Schwarzwaldmädl genussvoll frühstücken. Bleibt gespannt, was wir dann auf der fünften Etappe alles erleben durften. Bis dahin bleibt gesund Heike und Jürgen

Schritt für Schritt durch die Heimat (3)

Wir starten also die dritte Etappe mit ohrenbetäubenden Motorengeräuschen, der Waldarbeiter. Daher versuchen wir so zügig wie möglich, ohne Frühstück im Magen, die Teerstrasse weiter ansteigend zur Gisibode Alm, hinter uns zu bringen.

Die Sonne blinzelt durch die Bäume und nach einer Dreiviertelstunde sind wir oben angelangt, da genießen wir schon die ersten schönen Ausblicke. Neben uns liegt eine Kuhweide, sie führt so richtig schön breit den Hang abwärts bis zum Waldrand. Über die Bäume hinweg geschaut kann man von hier, zum Hasenhorn und danach bis zum Belchen rüber blicken, diesen wir hoffentlich am 6.Tag erreichen werden.

Auf der Gisibode Alm herrscht noch friedliche, morgendliche Ruhe, da zuckt noch niemand, darum orientieren wir uns schnell noch an den Schildern, wo wir weiterwandern müssen und suchen uns dann erstmal ein gemütliches Plätzchen zum Frühstück.

Wir werden am Wegrand fündig, eine Bank, bisschen eingewachsen in der kniehohen Wiese, aber von hier haben wir einen Ausblick bis ins kleine Wiesental zu dem schönen Belchen. Keine Frage, Rucksäcke runter, etwas Gras auf die Seite, hier bleiben wir und sofort wird von Jürgen Kaffeewasser aufgesetzt, während ich Fotos schiesse und Munin flattert freudig hin und her, er musste unbedingt auf ein Bild, glücklich über diesen herrlichen Flecken Erde, wo wir den Tag nochmal ganz in Ruhe starten können.

Nachdem wir unseren Energiehaushalt aufgetankt hatten, für diesen Morgen, konnte es richtig los gehen. Wir orientierten uns in Richtung Herzogenhorn und folgten vorerst der Ausschilderung der Bike-Crossing-Route bis zur Wegekreuzung des Bernauer Kreuz. Dort blieben wir auf dem Weg geradeaus, dieser ging dann in ein Naturschutzgebiet über und wie soll ich es sagen, dass war schon ein kleines Highlight für uns.

So lieblich, idyllisch, wie wir die Natur dort vorfanden, konnten wir gar nicht anders, als kurz zu verweilen. Das Häuschen welches hier stand, wäre genau recht, um dort paar Tage auszuspannen, mit dem Grillplatz und dem Schnaps Kästchen, so herzig aufgebaut. Das naturbelassene Weideland lag wunderschön am Waldrand, sanft verliefen die Grashügel ineinander, zwischendurch kreuzten kleine Wasserquellen das üppige Grün. In der Nähe sprudelte ein Quelle aus der Wiese, an dieser Jürgen sogleich unser Wasser auffüllte.

Wir liefen rechts den Naturtrampelpfad hinein und waren gleich nochmal begeistert. Ach wie wunderschön märchenhaft war es hier am Wegrand. Es fehlten nur noch die kleinen Trolle und Feen , so ein Idyllischer Ort. Das Flüsschen des Prägbach plätscherte hier friedlich vor sich hin, welches wir überquerten und dann wieder oben auf den breiten beschilderten Waldweg trafen. Einfach unbeschreiblich schön war dieses kleine Schwarzwälder Naturparadies, da könnte ich einen ganzen Tag verträumen.

Am nächsten Wegekreuz herrschte schon etwas regeres Treiben, waren wir doch bis zu dieser Tageszeit, die Uhr zeigte 10.30 an, noch keiner Menschenseele begegnet. Treffen nun hier gleich mehrere Wanderwege aufeinander, vom Feldberg ( 1493 m) und Seebuck ( 1448 m) verlaufen hier Nordic Walking oder Bike-, und Crossing-Routen bis rüber zum Herzogenhorn ( 1415 m) und der mit [ D ] gekennzeichnete Dreiländerweg „Rund um Basel“, führt auch hier entlang, sowie der bekannte Schluchtensteig. Dem mit der roten Raute ausgeschriebenen Aufstieg zum Herzogenhorn folgten wir , somit hieß es nun Schluss mit gemütlichen Wandern, jetzt wird mal wieder was geschafft. Hoch zum Gipfelkreuz!

Eine knappe Dreiviertelstunde brauchten wir, dann konnten wir die weite Aussicht genießen, die man von hier oben hat. Zur einen Seite den Seebuck und Feldberg, zur anderen Bernau und Menzenschwand, bevor wir aber zu diesem kleinen im Tal liegende Dörfchen hinab stiegen, ließen wir uns noch ein bisschen die Mittagssonne auf den Pelz scheinen. 😎

Vom drittgrößten Berg hier im Südschwarzwald, wollten wir eigentlich noch an diesem Tag, die Menzenschwander Wasserfälle mitnehmen, aber irgendwie sind wir irgendwo mal falsch abgebogen und kamen stattdessen über den Geissenpfad im Hinterdorf von Menzenschwand raus.

Es war Mittlerweile wohl so 13 Uhr, als wir uns entschieden, hier in ein Gasthaus einzukehren und einen Cappuccino und a Cola zu trinken, dabei studierten wir die Karte, wie wir wieder auf unsere Route zurück kommen würden. Eine Post wäre auch nicht schlecht, wir hatten den Gedanken gefasst, die Wäsche, wo wir nicht mehr benötigten nach Hause zu Jürgens Mama zu schicken , das wir etwas Ballast von den Schultern bekommen, jedes Gramm zählt, beziehungsweise wiegt.

Gewicht sind wir nicht los geworden, eine Post gibt es nicht mehr in Menzenschwand, erst in Bernau wieder. Ok, dann müssen wir die Sachen noch bisschen weiter mit herum tragen. Wir liefen am Nachmittag vorwärts ins Vorderdorf und hielten Ausschau nach Wanderschildern, nach kurzer Zeit fanden wir welche, rasch bogen wir auf den Trampelpfad ein , dieser führte uns bergauf. Wechselten dann auf einen gut zu laufenden Waldweg , ich meine es war die gelbe Raute, sofern ich dass auf der Karte nochmal im Nachhinein verfolgt habe, zumindest verläuft diese zu der Hütte und die Wegführung passt auch.

Die Sonne drückte noch einmal mit voller Kraft vom Himmel herunter und uns wurde schnell klar, sobald wir eine Hütte finden oder eine Grillstelle, dann wird ein Nachtlager aufgeschlagen. Lange brauchten wir zum Glück nicht mehr laufen, schon bald eröffnete sich uns eine wunderbar gelegene Hütte, sie hatte alles was man so benötigt. Eine Feuerstelle, diesmal sogar eine Tür zum verschließen und einen Ausblick, davon kann man nur träumen. Wir genossen die warmen Abendstunden, erfreuten uns an der herrlichen Landschaft und dieser Stille, mit dem Gefühl, man ist irgendwo im Nirgendwo. Man kann es fast nicht glauben, dass wir nur paar Kilometer von zu Hause entfernt waren, so kuschelten wir uns wieder in unsere Schlafsäcke und schliefen glückselig und fest ein. In dieser Nacht hörte man absolut gar nichts, nur der Wind säuselte ums Häuschen und hier und da raschelte ein Mäuschen oder Fuchs, wer weiß. 🤷🏻‍♀️

Am nächsten Morgen wachten wir entspannt auf, erfreuten uns wieder an herrlichen Wetter und auf schöne Momente auf der nächsten Etappe. Das diese dann total anders als geplant kam und wie wir dann doch noch bisschen Gepäck los wurden , auch wenn’s uns wahnsinnig viel Zeit gekostet hat, dass erfahrt ihr im nächsten Bloggbericht. Bis dahin bleibt gespannt, eure Heike von gehpaeck 😎

Schritt für Schritt durch die Heimat (2)

Zurück, von unserem kurzen Abstecher über den Säuling, befinden wir uns nun wieder gedanklich in Erinnerung schwelgend, auf unserem Wanderweg Schritt für Schritt hier im „dunklen“ Südschwarzwald. Weiter gehts auf der zweiten Etappe von der Geisäckerhütte bis naja wie soll ich sagen, eigentlich hatten wir , wenn ich das jetzt so im Nachhinein betrachte, kein wirkliches Nachtlager auf diesem Abschnitt. Zumindest nicht dort, wie wir es geplant hatten, manche Tage verlaufen eben einfach anders, auf so einer Tour. Aber das erfahrt ihr hier… beim weiterlesen, warum dieser Tag, anders verlief wie zu Hause besprochen. 😅

Gestartet sind wir an der Gaisäckerhütte, wo wir am Abend uns eingemummelt in unsere Schlafsäcken verkrochen und die erste Nacht draußen in der freien Natur unter Sternenhimmel verbrachten, zumindest, wenn man die Nasenspitze heraus streckte, konnte man welche erblicken, da ja die Gaisäckerhütte nicht geschlossen war, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Wir genossen den Kaffee bei morgendlichem Vogelgezwitscher, die Nachricht, dass zwei Fremde hier unter ihnen genächtigt haben, musste schnellstens verbreitet werden. Herrlich dieses Gezwitscher und der milde Wind , wo durch die Blätter säuselt. Da braucht man kein Radio. So gegen 8.00 Uhr sind wir langsam aufgebrochen, blieben auf der Schilderung mit blauer Raute, dieser Weg verlief weiter aufwärts und wir kamen an der Kopp – Hütte vorbei, welche wir mal Anfang 2021 gesehen und die wir eigentlich angesteuert hatten, doch die Kräfte gleich am ersten Teil, bei einer Mehrtagestour zu verballern, lag uns nun mal nicht. Außerdem, kennen wir nun so eine Hütte mehr hier in der Region. 😉

Puh, das ging aber an diesem Morgen wieder mächtig bergauf, denkt man gar nicht, wenn man die sanften grünen Hügel hier in der Gegend betrachtet, dass sie teilweise eine ganz schöne Steigung aufweisen können. Doch knacken viele hier die 1000 m Marke und die können ganz schön anstrengend sein, vor allem, wenn die Sonne schon 9.00 Uhr runterbrennt, als wäre man in der Sahara unterwegs. Und dieser riesige Rucksack drückte unentwegt auf die Schultern, aber endlich war Licht, besser gesagt, das Blau des Himmels zwischen den Baumwipfeln zu erblicken, dies sagt mir meistens, wir sind fast oben. Ja toll! Fast oben traf es genau, hier waren Baumfällarbeiten vorangegangen und somit, war die Sicht auf den Himmel frei. 🙄 Hieß somit auch, die restlichen Höhenmeter in praller Sonne zu erklimmen… dafür gab es oben ein kleines Leckerli mit Ausblick ins kleine Wiesental und ein leichter Luftzug sorgte für Abkühlung.

Wenn’s hoch geht, dann gehts auch meistens wieder runter , so wie für uns, an diesem Vormittag. Wir wanderten weiter auf der gelben Raute und folgten dem von schattenspendenden Bäumen geprägten Waldweg. Da war es wieder, das angenehme Wandern. Nach kurzer Zeit liefen wir an einer Ziegenweide vorbei, wurden neugierig begutachtet und bemeckert. Danach eröffnete sich eine ganz wunderschöne weite Aussicht auf das nun gegenüber von uns liegende Obere Wiesental, welches wir die nächsten Tage noch in Richtung Feldberg durchlaufen wollten, zumindest einen Teil davon. Eine herrliche abgemähte Wiese liefen wir den schmalen Trampelpfad hinunter, genossen dabei diese Ausblicke und kamen dann unten in Fröhnd an.

Eben noch beschwingt den Berg hinunter gelaufen, hatte ich das Gefühl, hier im Tal staut sich die Hitze. So war es dann ganz angenehm, als wir den Rad,- und Fußweg an der kühlen Wiese ( dem Fluss, der am Feldberg entspringt) in Richtung Schönau, einzuschlagen. Dabei entdeckten wir noch eine Naturbadestelle, die uns auf eine Idee brachte, den Tag umzuplanen und kurzerhand einen Abstecher ins nahegelegene Schwimmbad von Schönau zu machen. Abkühlen, abduschen, kurz chillen 😎 immerhin hatten wir ja Urlaub. So nahmen wir die ca. 2km bis dahin in Angriff. In praller Mittagssonne, hieß es jetzt durchziehen… bis zum erfrischenden kühlen Nass. 🥵

Boahhh, dass zog sich aber auch bis Schönau! Kurz nach dem Ortsschild hielten wir an dem ansässigen Rewe, um schnell mit einer kalten Cola den Durst zu löschen und Vorräte fürs Abendessen zu besorgen. Wem Schönau kein Begriff sein sollte, dem sagt doch aber sicherlich unser ehemaliger Bundestrainer unserer Fußballnationalmannschaft Joachim Löw etwas? Dieser kommt nämlich hier aus dem schönen kleinen Örtchen aus dem Schwarzwald und darauf sind die Schönauer ganz stolz, auch wenn Jogi mittlerweile nicht mehr hier wohnt.

Für uns ging es nach der zweistündigen Pause und einem leckeren Cappuccino weiter auf dem Wanderweg. Nun kamen wir nach Utzenfeld, ja dieses kleine Dorf , ist uns bekannt. Euch mittlerweile auch, aus den Bloggbericht „Das Sommerkleid der Buche“, wer ihn gelesen hat. Hier in Utzenfeld wohnte Onkel Werni, daher kannte Jürgen von früheren Familienbesuchen her, den Bolzplatz und wusste, dass es dort eine Grillstelle gab, an der wir unser Abendessen zubereiten konnten. Wir kamen also dort an, alles war sehr schön sauber gestaltet und fingen an zu köcheln. Auf dem Fußballfeld wurde trainiert, was uns ja nicht störte, nur aus der anderen Sichtweise, waren wir, so fühlte es sich an, nicht ganz so willkommen. Zumindest wurden wir gut beobachtet und das was wir so taten. Selbst von der, in ihren Feierabend, an uns vorbeilaufenden Kuhherde, wurden wir beäugt.

Es war uns irgendwie am Ende etwas unangenehm, dort länger zu verweilen, was nicht schlimm war. Schlecht war nur, dass wir noch einen Schlafplatz brauchten und der nächstmögliche befand sich im Gebirge hoch in Richtung Gisibode Alm. Wir überlegten lange hin und her, was wir machen. Zurück zum Campingplatz in Schönau oder doch den mühsamen , ansteigend verlaufenden Wander-Trampelpfad hoch zur Gisibode Alm noch überwinden, um am nächsten Morgen gleich von dort oben in die dritte Etappe zu starten. Immerhin war es erst 19 Uhr und es war Hochsommer, da ist es um diese Zeit noch drei Stunden hell, also warum nicht wagen. Mit diesem Gedanken brachen wir zu einer Nachtwanderung auf.

So befanden wir uns eine halbe Stunde später auf dem Radweg nach Gschwend, von da aus sollte unser Wanderweg starten. Sollte! Aber es kommt anders als man … genau, plant. Wir mussten wohl relative Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben, mit unseren großen Rucksäcken. Jedenfalls wurden wir von einem Einheimischen angesprochen, wo wir wohl um diese Zeit noch hin wollen? „Ja, nach Gisibode halt.“ sagten wir überzeugt davon, es heute noch zu bewältigen. Dieser meinte aber: „ … wenn überhaupt, dann nur über die Teerstrasse!“ , wegen Bauarbeiten am Berghang mit eventueller Rutschgefahr. Ok, dann also Teerstrasse. Aber erst noch a Schöfferhofer Grapefruit, zum Wohl. 🍻

Ohhh Mann, was hat uns dabei geritten, hier noch Nachts hochzulaufen. Natürlich zog sich dieser Aufstieg ewig , nach etlichen Kurven und entgegenkommenden Autos verließ uns doch zwischendurch die Motivation, aber wir bissen uns durch, schwatzten nebenher über Gott und die Welt. Schön ist das, wenn man sich als Paar soviel zum erzählen hat und es irgendwie nie langweilig wird. Endlich konnten wir eine Hütte in der Dunkelheit erahnen, und wir waren froh, als sich dies auch noch bewahrheitete. Doch sogleich wurde unsere Freude getrübt, Abgeschlossen!! 😩 „ ich laufe kein Meter mehr!“ Gisibode ist immer noch ca. 2km entfernt und anstrengende 4 km lagen hinter uns. Wir bleiben hier, egal was kommt und wenn wir auf dem Boden schlafen. Morgen sieht doch die Welt schon wieder ganz anders aus.

Gesagt, getan! Auf dem Boden mussten wir nicht schlafen. Mein Liebling sorgte schon dafür, dass es ein bisschen gemütlich wurde. Was soll ich sagen, ich für meine Verhältnisse, hab sehr gut geschlafen, unter freiem Sternenhimmel mit leichten Sommerlüftchen um die Nase , der Wind säuselte sein Abendlied durch die Bäume und dann, ja dann schliefen wir auch schon tief und fest ein…

Um 6.00 Uhr in der Früh wurden wir geweckt, aber nicht etwa von lieblichen Vogelgezwitscher, wie am Vortag, sondern durch die Waldarbeiter, welche ihre Maschinen pünktlich zum Schichtbeginn anwarfen. Somit krochen wir zerknautscht aus unseren Schlafsäcken, kochten schnell den ersten Kaffee auf und packten unsere sieben Sachen zusammen, um dann zur dritten Etappe aufzubrechen. Was wir da alles erlebt haben und wie weit wir vorwärts kamen, dass könnt ihr dann demnächst hier auf unserem Blog weiterlesen, bis dahin bleibt gespannt, euer gehpaeck Team Heike und Jürgen

Säuling – Eine majestätische Begegnung

Wer diesen Blogverlauf gefolgt ist, wird sich eventuell wundern, dass jetzt hier nicht die zweite Etappe unserer Sommertour 2021/22 erscheint, sondern stattdessen der Säuling. Dieser befindet sich natürlich nicht im Schwarzwald, sondern im schönen Königswinkel des Allgäu. Genau gesagt ragt er direkt hinter dem Märchenschloss König Ludwigs bei Füssen empor. Mir liegt diese Tour aber am Herzen und da ich euch noch relativ zeitgleich dazu mitnehmen möchte, entschloss ich mich, sie kurzerhand noch auf den Blog zu bringen, bevor wir dann entspannt weiter durch den Schwarzwald wandern. Ja, ich habe bewusst die Sommertour als entspannt bezeichnet, da wir beide, mein Mann und ich auf dem Säuling an unsere Grenzen gegangen sind. Ich muss gestehen, wir laufen so oft es uns möglich ist und es darf gern mal in die Höhen gehen, aber mit dem ganzen Arbeits, – und Freizeitpensum, welches wir bewerkstelligen, war der Säuling dieses Mal für uns eine Herausforderung, obwohl wir sonst nicht schlecht zu Fuß sind. Was war dieses Mal anders, als bei unseren sonstigen Bergtouren?

Das war so. Wir arbeiteten beide bis zur letzten Minute, am letzten Freitag im September. Das Auto war noch in der Werkstatt, es sollte gleich noch die Sache mit den Winterreifen erledigt werden, ohne leidige Komplikationen ging das natürlich nicht von statten. Falsche Reifengröße wurde geliefert, die Nachlieferung kam erst am späten Nachmittag und wir saßen wie auf Kohlen, dass unser Mechaniker es noch halbwegs in einer passablen Zeit fertig montieren konnte, der arme Mann war wie wir fix und fertig, wollte er doch uns nicht den Urlaub verderben. Mit drei Stunden Verspätung konnten wir endlich losdüsen, fast vier Stunden Fahrt lagen vor uns und auf uns kam es an, den Schlüssel für das Gelände, ( Beitrag: Füssen- Und ein Sahnehäubchen…) welches wir gemietet hatten, bekam nur mein Mann als Ansprechpartner ausgehändigt. Alles wartete daher schon auf uns. Wir mussten ja noch unser Lager aufbauen, fast Mitternacht und mit beschränkter Lichtquelle.

Nach 1,5 Stunden waren wir mal provisorisch eingerichtet, somit gönnten wir uns mit Burkhard und Udo noch ein Betthupferl, alles weitere geht morgen bei Tageslicht viel besser.

Ja Tageslicht hatten wir und Nieselregen, welcher mal stärker und mal schwächer wurde. Für dieses Oktoberwochenende war ein Treffen mit einigen ehemaligen Kameraden der Bundeswehr angesetzt, der ein oder andere wollte ebenso, wie wir campen. Na das kann ja feucht fröhlich werden, bei anhaltenden Regen. Nach und nach kam der nächste angereist und es wurden zwei größere Zelte aufgebaut. Ein Lagerfeuer errichtet und der erste Abend wurde eingeleitet… huiiii war die alle glücklich und der Regen schien niemanden zu stören, mit ihren Bierchen in der Hand, am wärmenden Feuer, war die Welt in Ordnung.

Wir genossen das Beisammensein bis zum Montag, der Feiertag kam gerade recht, die meisten nutzten das lange Wochenende, um glückselig unter Gleichgesinnten in Erinnerungen zu schwelgen. Zwischendurch hatte die Sonne auch mal auf uns herunter geschienen, so das, dass ein oder andere Kleidungsstück wieder trocknen konnte. Es war für mich und Jürgen ein sehr schönes Wochenende, auch wenn wir für das leibliche Wohl sorgten, war es eigentlich wie eine große Familienfeier. Am Montag Mittag hieß es dann, für längere Zeit wieder Abschied nehmen und für unser Orgateam … ja abbauen, so nass, wie die Zelte nun auch waren.

Da saßen wir nun, Jürgen und ich, nur noch zu zweit, in Füssen. Jetzt konnte unser Urlaub beginnen, als erstes suchten wir eine Unterkunft, da wir ja nun schon mal aufs Camping eingestellt waren, stand auch gleich fest, dass wir dabei blieben. So fanden wir einen wirklich wunderschönen Platz auf dem Areal vom Campingplatz Bannwaldsee. Herrlich, so eine heisse Dusche , in sauberer Anlage, also die kann einem richtig Lebenskraft zurückgeben. Die Sonne begleitete uns bis in den frühen Abend hinein, so das wir die feuchten Klamotten aufhängen konnten, das Auto mal durchlüftet, so schliefen wir gleich nochmal so gut und bequem ein.

Am Dienstag organisierten wir ein paar Dinge für uns, so dass wir am Mittwoch ausgeruht und voller Willenskraft an die Bergtour über den Säuling aufbrechen konnten. Immerhin hatten wir noch eine Herzensangelegenheit eingebaut, der wir auch gerecht werden wollten.

Endlich ging es los! Bergstiefel geschnürt, Tagesrationen im Rucksack verstaut und noch ein Maskottchen neben unseren Rabe Munin mit eingepackt, Mr. Pfiff Ikus , er sollte den Startpfiff geben, für unser Video. Wir parkten unser Auto unterhalb von den Königsschlössern und folgten den Wegweisern , Säuling 4.45 h stand da auf der Beschilderung, da ist nur der Aufstieg damit gemeint. Na dann mal los, immer schön bergauf.

Den ersten Stopp machten wir auf der Marienbrücke, ich war noch nie dort ganz drüber gelaufen, wollte auch unbedingt noch Neuschwanstein von dieser Seite fotografieren.

Weiter ging es den breiten Forst,-und Wanderweg aufwärts, bis wir kurze Zeit später eine kleine Pause machten. Nein , nicht etwa um zu verschnaufen, sondern den ersten Teil der Aufgabe zu erfüllen, welche wir umsetzen wollten. Hierbei ging es, um etwas tiefgründigeres.

Wir unterstützten, stellvertretend im Namen von Fernspäher-helfen e.V., den Spendenlauf für eine befreundete Kameradschaft, welche damit auf gefallene Kameraden, aufmerksam machen möchten. Auf einer Strecke von mindestens 10 km, sollten 116 Liegestützen absolviert werden. Jeder Liegestütz steht für einen im Einsatz gefallenen Kameraden. Also runter auf den Boden und die ersten 20 gestemmt. ❤️

Nach diesem sportlichen Stopp, ging es weiter hinauf, bis wir direkt unterhalb des Säuling standen. Hier legten wir aber eine kurze Pause ein, ein Schluck trinken, einen Power Riegel und weitere 20 Liegestützen ❤️

Danach folgten wir dem schmalen Pfad aufwärts führend in den Wald. Wir stiegen über die ersten Wurzeln und die ersten Steine hieß es zu übersteigen, es wurde anstrengender, doch die urig wilde Natur hier macht es lohnenswert. Die alten knochigen Bäume wiegten sich in der lauen Morgenluft.

Die Temperatur war auf dieser Seite des Berges sehr angenehm, wir liefen auf der schattigen Seite und im Schutz der Baumkronen. Schon bald kamen wir an eine kleine Hütte, hier hielten wir an und es gab das erste richtige Vesper, dazu heißen Tee und weitere 20 Liegestützen. ❤️ Die Wildsulzhütte auf 1.430 m üNN, eignete sich hervorragend, um nochmal Kraft zu tanken für den nun vor uns liegenden Aufstieg.

Diesen Abschnitt der Tour habe ich sehr genossen. Man steigt kurz ein paar Meter hinauf und danach verläuft der schmale Weg relativ gerade am Berg entlang, bevor er oben auf den Anfang vom Klettersteig ( Kategorie A/B) trifft. Dazu hat man immer wieder einen guten Blick rüber zu den ebenfalls sehr empfehlenswerten Tegelberg und Brandenschrofer, das sind die Ausblicke, die mich immer wieder antreiben, solche Bergtouren in Angriff zu nehmen und natürlich das Glücksgefühl oben anzukommen, wie ebenso gesund wieder runter vom Berg.

Da standen wir nun also vor der letzten Etappe des Aufstiegs, der Klettersteig führt uns direkt auf das Plateau des Säulings. Paar Höhenmeter weiter, entschieden wir uns einen Teil des Videos aufzunehmen, somit hieß es zwischendurch den einen Abschnitt zweimal klettern und damit wir nicht einrosten, gleich die nächsten 20 Liegestützen ❤️

Gegen die Mittagszeit überwanden wir die letzten Meter bergauf, um dann das weite vom Herbst gefärbte Plateau zu erreichen. Hier ließen wir uns erstmal auf der Wiese nieder. Wir verweilten einige Minuten und genossen die unendliche Aussicht, in die ringsum liegenden Ammergauer Alpen. Der Tegelberg und Brandenschrofer in voller Größe, der Forggensee und das Schloss Neuschwanstein sahen von hier ganz klein dagegen aus und auf der anderen Seite herunter geschaut lag dort das österreichische Reutte, mit der weiten Bergwelt Österreichs. Wir liefen noch ein Stück hoch in Richtung Gipfelkreuz, da wir dort die verbliebenen 36 Liegestützen absolvieren wollten. Doch es kam etwas anders, die Sonne brannte uns regelrecht auf die Haut und wir entschlossen uns, die Liegestützen auf dem Plateau zu vollenden , da wir noch Kräfte für den Abstieg brauchten. So bauten wir die Handys zum Fotografieren auf und brachten uns in Position, dann ging es wieder runter und 1, 2, 3… 36 Liegestützen mit unermüdlicher Willenskraft stemmten wir diese, bis zum letzten Schweißtropfen. Wir erhoben uns und hielten einen Moment inne.

So langsam sollten wir den Abstieg angehen, wer weiß schon, was einem an so einem Berg noch begegnet oder das Sonnenlicht noch anhält. Wir kletterten also vorsichtig den Klettersteig zum Säulinghaus ( 1720 m ü.NN ) hinunter, diesmal kam er mir irgendwie herausfordernder und länger vor, als vor drei Jahren, somit war ich froh , als wir ihn hinter uns ließen und das Gasthaus vor uns lag.

Die Sonne stand mittlerweile etwas tiefer und brannte unerlässlich auf uns nieder, so gab es schnell noch mal was gegen den Durst, dann ging es zügig weiter. Wir entschieden uns ja die Rück- Tour um den Pilgerschrofen ( 1759 m ü.NN ) zu nehmen und so lag das weite Geröllfeld ohne Schatten, vor uns. Unter der Herbstsonne, das zerrte an meinen Kräften. Ich sehnte mich nach dem Schutz der Bäume, von weiten konnte ich sie schon sehen, aber ich hatte nicht das Gefühl das ich näher kam. 🥵

Doch irgendwann kamen wir dann in den Genuss, unter einem Baum im Schatten zu verschnaufen und genossen die schönen weiten Ausblicke ins Lechtal.

Der schmale Pfad führte direkt am Felsen entlang, der Boden wurde wieder etwas bewachsener und unter dem Schutz der Bäume war es dann auch angenehmer zum Laufen. Und doch urplötzlich musste ich innehalten. Ich stoppte Jürgen im Gespräch und deutete ihm mit einem Handzeichen, dass wir jetzt ganz ruhig sein sollten. Ganz schnell lag eine friedliche Stille um uns herum, nicht mal den Atem hörte man noch. Keine 10 Meter vor uns standen sie, seelenruhig beim Abendessen, mitten auf dem Weg, auf welchen wir entlanglaufen wollten, um nach unten zu gelangen.

Wir befinden uns ja, wenn wir hier in der Füssener Region wandern, ob nun Tegelberg oder Säuling oder eine andere Tour, im wunderschönen Königswinkel. Benannt nach unserem Märchenkönig Ludwig II, welcher für den Bau des Schlosses Neuschwanstein bekannt ist. Doch es lebt noch eine Majestät hier in den Bergen und genau diese stand nun fast genau vor uns, mit ihm seine Königin. Die Rede ist von einem Steinbock und seinem Weibchen.

Wie gesagt, wir hielten den Atem an, damit sie sich nicht erschrecken und sich gestört fühlen. Wir gingen ein bisschen zurück in sichere Entfernung, dort nutzte ich den Augenblick, um diese wunderschönen majestätischen Tiere zu fotografieren und um mich mit Jürgen zu beraten, wie wir weiter vorgehen. Immerhin müssen wir ja doch weiter und an ihnen vorbei, wenn wir heute noch zurück zum Campingplatz kommen wollten. Wir behalfen uns mit Tipps aus dem Internet, wobei da nur stand, was passiert, wenn wir uns nicht sachgemäß verhalten. Also blieb nicht anderes übrig als ganz RUHIG an ihnen vorbei zu wandern, ich direkt hinter Jürgen, dabei nicht den Tieren in die Augen schauen.

Wooooow, 🥵 was für ein abenteuerliches Erlebnis. Dieses werden wir wohl nicht so schnell wieder vergessen, genauso wie der weitere Abstieg, welcher partout nicht enden wollte, wir sollten doch eigentlich so langsam mal wieder an der Wildsulzhütte ankommen, danach liegen dann immer nochmal 1,5 Stunden Fußweg bis zum Parkplatz von Hohenschwangau, unserem Ausgangspunkt, vor uns.

Das Tageslicht neigte sich dem des Abendhimmels, wir hatten zwar vorbereiteter Weise Stirnlampen dabei, aber über Wurzeln und Gestein bergab, war es uns lieber, wir würden vorher noch den ausgebauten Wald,- und Forstweg erreichen. Mit ein bisschen Tempo und Trittsicherheit gelang es uns, schon mal die Hütte zu erreichen, von hier aus war es nur noch ein Katzensprung für uns, auf den Forstweg zu kommen, war uns der Weg noch in guter Erinnerung geblieben, da wir ihn erst heute Morgen bergauf gelaufen sind.

Nun auf ausgebauten Wege angekommen, liefen wir die letzten Kilometer dieser wunderbaren Tour hinab zum Schloss Hohenschwangau. Was soll ich sagen, gingen wir doch irgendwie beschwingt und freudestrahlend glückselig dem Abendrot entgegen. Was für ein für uns erfolgreicher, abenteuerlicher, ereignisreicher Tag, an einem Berg in herrlich uriger Natur, mit super schönen, traumhaften Ausblicken.

Auch wenn wir zwischendurch ein bisschen geflucht haben, muss ich gestehen, schon während ich hier schreibe, durchströmt mich eine unheimliche Sehnsucht, wieder auf eine ähnliche Tour zu gehen. Die ganze Welt mit ihren Sorgen und Problemen mal ausschalten , denn am Berg sollte der Kopf immer auch am Berg sein, sich auf den Weg konzentrieren und achtsam laufen, nur so sieht man die kleinen, oder doch die größten Naturschönheiten, die das Leben so lebenswert machen.

So schwelgen wir noch ein bisschen in Erinnerung und freuen uns auf das nächste Abenteuer, weiter gehts dann mit der zweiten Etappe unserer Sommertour 2021/22 , versprochen ✌️ bis bald Heike und Jürgen

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Schritt für Schritt durch die Heimat

Sommertour 2021/2022 – Erste Etappe

Im Sommer 2021 ging es uns, wie den Meisten von euch auch, dass man durch die ganzen Pandemie Vorschriften, einfach nicht aus dem Land gehen wollte, um Urlaub zu machen. Nun ja ganz und gar daheim bleiben wollten wir auch nicht, daher kam es uns in den Sinn , vielleicht könnte man mal was ganz einfaches ausprobieren. Warum nicht das Auto im Urlaub schonen, schließlich fährt es uns das ganze restliche Jahr hin und her, kreuz und quer. Daher kam uns die Idee, eine Rucksack Tour von der Haustür ab bis hinter zum Schluchsee, Feldberg und dann von dort über den Notschrei übers Wiedener Eck, unserem Hausberg dem Belchen, durchs Kleine Wiesental zurück nach Hause zu machen. Gesagt, getan, wir legten uns noch etwas Ausrüstung und Kartenmaterial zu und gingen auf Papier die Strecke durch, insgesamt kamen wir dabei auf ca. 140 km. 🙈 Ok, wie lange brauchen wir dafür ungefähr, wieviel km sind machbar an einem Tag, wo übernachten wir? Ausgerechnet haben wir 8 Tage, ca. 15 -20 km je nach Strecke und Wetter sind möglich und übernachten… naja, seht selbst. Ich würde sagen, wir schnüren den Rucksack bildlich nochmal fest und begeben uns gedanklich zurück in den Sommer 2021.

Montag 19. Juli Bahnhof Steinen zur Geisäckerhütte

Schon am Vorabend packten wir die Rucksäcke und stellten sie Abmarschbereit in den Flur, unser Maskottchen der Rabe Munin Van Varis wurde fest verschnürt. Am Montagvormittag, ca. 9.30 Uhr ging es dann los. Wir liefen bei strahlendem Sonnenschein den Radweg an der Wiese entlang, bis wir hinten zum Wanderparkplatz kamen, von dort ist der „Hebel-Wanderweg“ ausgeschrieben, welchen wir benutzten. Auf schmalem Weg schlugen wir uns am Fluss durch, bis nach Schopfheim. Immer wieder hingen Äste oder Sträucher quer vor unseren Gesichtern, dann lag mal ein Baum quer und wir mussten mit dem gesamten Gepäck auf dem Rücken drunter durch. Also das war dann gleich mal ein kräftezehrender Auftakt für unsere Tour. In Schopfheim angekommen, waren wir schon das erste Mal durchgeschwitzt, sogleich zog es uns in den dortigen REWE , Cola, Cola, Cola!

Jetzt konnte es weitergehen, nach der kurzen Erfrischung, lief es sich gleich viel beschwingter. Wir setzen unsere Tour fort und liefen nach Langenau, kurz nach dem Ortsschild hieß es für uns bergauf in den Wald abbiegen. Und hier passierte schon das erste Malur! Mein Mann bemerkte, dass etwas nass wurde , hinten an seinem Gesäß. Da wir ja Wasserflaschen an den äußeren Seiten der Rucksäcke befestigt hatten, hatten wir erst diese in Verdacht, aber leider zu unserer traurigen Feststellung hatte es eine der vier Dosen Jim Beam-Cola erwischt, welche sich nun im inneren des Rucksackes verteilte. Zum Glück, sag ich mal wurden durch unsere sorgfältige packweise nur Dinge besudelt , wo abwaschbar waren, Klamotten hatte ich im Gepäck. Aber trotzdem ärgerlich, alles klebt und der Tag fing erst an.

Nachdem wir alles notdürftig gesäubert und wieder verstaut hatten, setzten wir unsere Wanderung fort, wir waren ja nicht weit gekommen. Also bisschen Tempo jetzt!

Das Örtchen Enkenstein kam nun in unsere Sicht und dort beschlossen wir kurz auf einer Bank zu verweilen, denn danach hieß es knackig bergauf. Das Bergdörfchen Gresgen war unser nächstes Ziel und dies lag ca. 4 km aufwärts durch den Wald. Die Mittagssonne brannte, der Weg zog sich weiter und weiter. Ich musste zwischendurch immer wieder absetzen, das Gewicht des Rucksacks schien sich schier verdreifacht zu haben, während wir durch dieses eigentlich sehr schöne Waldgebiet liefen. Die Bäume sind hoch gewachsen und am Wegrand findet man Heidelbeersträucher und Farne, Moos bedeckt den Waldboden. Der Duft des Waldes schwelgte durch die Luft, es war dämsig, da es die Nacht vorher gewittert und geregnet hatte. Jetzt, wo die Sonne so heiss runterbrannte, drückte es schwülwarm auf uns herab. Das erschwerte uns den Aufstieg extra noch, aber wir, b.z.w. eher ich biss mich durch, irgendwann werden wir schon mal ankommen, in Gresgen.

Na endlich… das erste Haus war in Sichtweite und schon wurden die Schritte wieder leichter, wir durchquerten die Ortsmitte und kamen oben am Friedhof an. Ein Brunnen mit kaltem klaren Wasser und eine Bank luden uns ein, kurz zu verweilen. Oh herrlich, dieses kühle Nass im Nacken und über den erhitzten Kopf, eine wahre Wohltat. Jürgen saß auf der Bank und unterhielt sich mit einem kleinen Mütterchen übers Wetter und darüber, wo wir mit diesen riesengroßen Rucksäcken hin wollten und ich schoss schnell ein Foto.

Kurz darauf mussten wir auch schon wieder weiter, weiter den Hügel auf der geteerten Straße zum Ort hinaus zum Waldrand. Von dort aus hatten wir einen herrlichen Ausblick über Gresgen und dem Vorderen Wiesental bis in die Schweiz.

Ein paar Meter weiter konnte man herrlich über Zell i. Wiesental blicken, nun ging’s für uns wieder rein in den Wald auf schmalem Pfad, so langsam sollten wir die Zeit im Blick behalten, wir brauchen noch ein Nachtlager mit Feuerstelle. Die Gegend hier war uns eigentlich bekannt, hier waren wir auch schon mal von der anderen Seite hoch gewandert. Der Zeller Blaue (Berg) gibt dieser kleinen Region seinen Namen, das Zeller Bergland. Wir hofften auf eine uns bekannte Hütte zu stoßen, aber wie wir später feststellen mussten, waren wir an diesem Spätnachmittag noch sehr weit entfernt.

Daher waren wir heilfroh, das sich uns die am Wegrand Liegende Geisäckerhütte auftat. Da wurde nicht lange überlegt, unser Nachtlager war gefunden. Schlafsäcke gerichtet, Lagerfeuer an, Kaffee aufgesetzt und was nahrhaftes in die Pfanne.

Zum Ausklang der ersten Etappe genossen wir die drei überlebenden Jim Beam mit Cola, ganz in Ruhe, gemütlich, den Tag Revue passieren zu lassen am Feuerchen, mitten im Wald. Die Nacht verdrängte mit einer wunderschönen Abenddämmerung den Tag und es war nur noch das Rauschen des Windes, welcher durch die Baumwipfel säuselte zu hören. Hier und da raschelte es im Gebüsch, oder ein Käutzchen rief zur Nachtruhe auf, der wir uns langsam annahmen und uns in die Schlafsäcke kuschelten, denn nach der Etappe ist vor der Etappe. Somit sag ich für heute: „Gute Nacht…Fortsetzung folgt!“ Eure Heike

Das Sommerkleid der Buche

Im heutigen Ausflug nehm ich euch mit, auf eine kleine Tour, wieder hier ins Wiesental. Die kleine Gemeinde Utzenfeld ist unser Ausgangspunkt. Sie liegt an der B317 zwischen Schönau, der Geburtsstadt von Jogi Löw, den Fußballfans unter uns ist dieser Name ein Begriff und Todtnau, welches bekannt ist durch seine vielen kleinen Touristenattraktionen, wie den Wasserfällen, der Sommerrodelbahn, oder der Steinwasenpark. Uns hat es aber nicht deswegen hier ins Obere Wiesental gezogen, nein wir waren wieder mal auf Erkundungstour. Das erklärt sich so, Utzenfeld ist uns bekannt, hier wohnte Onkel Werni. Wenn wir mal bei ihm zu Besuch waren, fiel mir schon von dessen Haus aus ein Baum oben auf einem Felsen auf. Was ist da oben? Und wie kommt man dahin? „Das ist der Utzenfluh und man kann dort hoch laufen, gibt a kleine Weg hinauf“. Danke für die kurze und bündige Antwort, lieber Werni, aber das reicht mir noch nicht! „Jürgen! Das muss ich auskundschaften!“

Schon auf der Sommertour im letzten Jahr, da sind wir nämlich auch durch Utzenfeld gewandert, kam mir das wieder in den Sinn. Wir waren immer noch nicht dort oben und ich weiß immer noch nicht, was dort alles ist. Nur ein Baum, oder doch noch mehr und wie ist die Aussicht von dort, wie weit kann ich überall hinblicken? Also so geht das nicht! Und nun endlich dieses Jahr im April, genau gesagt, am Ostermontag nahmen wir uns die Zeit und planten eine kleine Tour. Jürgen kam noch der spontane Einfall, gleich bis Todtnau hinter zu laufen, da es dort noch den Brandfelsen gibt, auf dem ein Kriegerdenkmal steht, welches die Form eines Schwertes hat. Jedes Jahr am Karfreitag findet ein Gedenkmarsch von der Fahler Kaserne bis dorthin statt, zum Gedenken an die gefallenen Soldaten. So hatten wir gleich wieder eine Tour mit ordentlich Kilometern beisammen und einem ehrenhaften Sinn dazu. Und somit ging es dann also wieder los, mit geschnürten Bergstiefeln, Rucksack und Kamera.

Wir parkten im Morgengrauen unser Auto am Rathaus von Utzenfeld und stiefelten den gleich dahinter beginnenden Wanderweg hoch zur ausgeschilderten Lourdesgrotte und Engelsweg. Da es sehr früh am Morgen war, hing an den Gräsern und Pflanzen noch der Tau, eine friedliche Ruhe lag in der Luft und nur das leise plätschern der Quelle war zu hören.

Ich schoss die ersten Fotos und sogleich setzten wir unsere Wanderung fort, weiter ging es bergauf und das noch vor dem Frühstück, mit nur einem Kaffee im Magen. Ist bergauf zu laufen eigentlich genehmigt an einem Feiertag? Der Weg ist hier steinig, felsig mit Farnen und knorrigen Bäumen am Rand, es wirkt alles bisschen rau und man muss sich doch ganz schön hochkämpfen, bis man oben auf den kleinen Utzenfluh ankommt. Hier lässt die Sonne die weite sattgrüne Wiese mit ihren Tautropfen im Morgenlicht glitzern. Das gefällt mir, wobei die Anstrengungen des Aufstieges auch gleich in Vergessenheit geraten. Jetzt hüpfe ich wieder hin und her, mache Fotos vom Ausblick, von der Wiese und den großen und kleinen Schönheiten hier oben.

Bis ich dann endlich meinen Kaffeedurst verspüren und mich doch kurz dazu hinreißen lasse, mich auf meinen Hosenboden ( Hintern) zu setzen und inne zu halten. Wenn es einen kleinen Utzenfluh gibt, dann muss es demnach auch einen großen Utzenfluh geben. Also auf gehts, schauen wir mal was sich uns da noch auftut. Wir setzen die Füße wieder nach einander in Bewegung und begeben uns auf den uns nach oben führenden Waldweg. Die Vegetation ist urig. Der Wald zeigt sich hier in einem von eher mehr Laubbäumen bewachsenen Gegend, am Boden findet man nun mehr und mehr Stein und Geröll durchblitzen und karge Sträucher wachsen wild mittendrin. Immer wieder liegen Steine auf dem Weg und es wirkt etwas unaufgeräumt, doch es hat irgendwie doch alles seinen Platz, also die Natur, würde ich sagen, ordnet sich wieder selbst.

Hier oben dann wird der Weg nicht wirklich deutlich ausgeschrieben, wir halten uns eher links und immer weiter aufwärts der freien Viehweide entgegen, überall sind die Trampelpfade der Rinder noch zu erkennen, welche wohl ihre Sommerresidenz hier haben, aber im April sind sie noch nicht aufgetrieben. Noch wird es zu kalt sein in den Nächten. Endlich erreichen wir die Anhöhe des großen Utzenfluh und hier komm ich sogleich ins Staunen, welch herrliche Natur ist das doch. Vereinzelt ragen Felsen aus der Weide und die Gräser wachsen wild, bilden eine herrliche Grasfläche. Eine Erscheinung lässt mich komplett verblüfft innehalten. Ich bin ein bisschen überwältigt von dieser ausschweifenden Größe der nun vor mir stechenden Buche. Ihre Krone ist so weit und gleichmäßig breit gewachsen, dass ich in diesem Moment wusste, diese gewiss „alte“ Schönheit muss ich im Sommer nochmals aufsuchen und fotografieren. Der Baum hat mich an diesem Tag im April schon sprachlos gemacht, nur in seiner noch kahlen Frühjahrstracht. Wie gewaltig und schön muss er wohl erst sein, wenn sich dann sein Blätterkleid ganz und gar entfaltet hat. Das Sommerkleid der Buche, wie wird es wohl aussehen.

Ich bewundere ihn noch einmal, bevor es weiter geht, Jürgen ist schon voraus gegangen. Der Pfad steigt weiter bergauf, wir waren also noch nicht ganz oben, aber so langsam darf es mal weniger werden, das artet ja in Anstrengung aus, dabei sind wir doch nicht mal in den Bergen!

Aber wie herrlich ist doch die Aussicht, das vergnügt mich wieder und es spornt mich an weiter zu laufen, Schritt für Schritt wird es dann leichter. Wir befinden uns in einem Naturschutzgebiet und genauso sieht es auch aus, einfach unsagbar wunderschöne Natur, Tannenbäume, Wiese, Felsen , ein herrlicher Waldrand und Blumen. Jetzt wird es aber Zeit fürs Frühstück, immerhin gehts schon auf 9.00 Uhr zu und hier oben, bietet sich es ideal an, zu verweilen, schon allein die Ruhe und Abgeschiedenheit von all dem Trubel im Alltag, dazu der Ausblick. Alle Anstrengungen sind sofort vergessen und wir vespern gemütlich auf einem Felsen, der sich gerade wunderbar dazu anbietet.

Nach einer halben Stunde, brechen wir wieder auf, nochmal ein kurzes Stück bergauf, dann verlassen wir den Utzenfluh und biegen rechts auf den Wanderweg in Richtung Todtnau. Der Weg ist gut zum laufen, breit und geradeaus führend, läuft es sich schon viel lockerer und leichter. Wir befinden uns oberhalb von Schlechtnau, von hier kann man ins Tal hinter schauen bis zum Feldberg oder zum Hasenhorn.

Dann gehts weiter und wir kommen in das Waldgebiet, wir halten uns Richtung Todtnau, Feriendorf ist ausgeschrieben, so orientieren wir uns. Zwischendurch hat man immer wieder mal freie Ausblicke, wie zum Beispiel auf die Sommerrodelbahn.

Plötzlich hört man ein leises Rauschen aus der Ferne und schon erblicke ich auf dem gegenüberliegenden Berghang die Todtnauer Wasserfälle, Kamera raus und los fotografiert.

Wir kennen ja die Orte hier und den Straßenverlauf, somit folgen wir instinktiv der Route, und stoßen schon bald auf die ersten Häuser des Feriendorfes. Sie sind Terrassenförmig angelegt, womit uns die Teerstrasse nach unten führt. Wir finden am Rand ein Wegweiser mit der blauen Raute und biegen auf den angenehmeren Trampelpfad durch den Wald hinunter nach Todtnau ab. Es eröffnete sich uns unten angekommen eine Wohnsiedlung , welche wir durchlaufen bis zum Marktplatz an der großen zweitürmigen St.Johannes der Täufer Kirche.

Dort suchen wir uns wieder Wanderschilder, um den Weg zum Brandfelsen herauszufinden. Zum Glück ist der nicht mehr so weit, es geht langsam auf Mittag zu und die Sonne brennt mittlerweile ganz schön heiß herunter und das im April. Den Rückweg sollten wir auch nicht aus den Augen lassen, immerhin beträgt dieser ca. 7 km, aber daran denken wir später, jetzt wollen wir erstmal hoch zum Denkmal. Wollen hoch, schon wieder bergauf? 🥵 Also gut, aber zum letzten Mal heute bitte!

Nachdem wir den letzten Aufstieg an diesen warmen Frühlingstag hinter uns gebracht haben, befinden wir uns ehrfürchtig vor dem riesigen Schwert aus Beton. Es ragt mahnend in den so blauen Himmel und wir stehen schweigend und bewegt davor. Es berührt einen schon, wenn man die Namen liest, natürlich kennen wir niemandem davon, trotzdem geht es nicht spurlos an uns vorbei. Gerade in diesen Zeiten nicht, wo dieses Thema wieder aktuell ist. Ist es nicht genug?

Wir setzen uns auf eine der Bänke hier oben bei dem Denkmal hoch über Todtnau und machen eine letzte Pause, bevor wir den Rückweg antreten.

Vom Todtnauer Busbahnhof bis zum Bahnhof in Zell fuhr von 1889 bis 1967 das Todtnauerli. Heute führt ein Radweg entlang der ehemaligen Bahnstrasse, welchen wir benutzten, um nach Utzenfeld zurück zu wandern. Er liegt flach verlaufend im Tal und man kann entspannt den Weg bis vor schlendern oder Rad fahren oder wie wir wandern. Das Flüsschen Wiese begleitet uns wieder hier vorwärts in Richtung Basel fließend und wir können in jedem kleinen Örtchen auf Schautafeln die Geschichte des Todtnauerli‘s und den ehemaligen Haltestellen dieser Schmalspurbahn lesen.

Ich glaube, auch wenn die Zeiten damals sicher sehr hart waren, muss es wunderbar gewesen sein, hier zu leben. Die Berge die hier an den Seiten hinauf ragen und das urig, romantische Tal, welches sich dadurch bildet , mit seinen dichten Wäldern, den kleinen Flüssen und die herrlichen Wiesen in den oberen Höhenlagen, haben etwas so gemütlich heimatliches , dass das Leben trotz harter Arbeit, doch sehr lebenswert gewesen sein muss. Mich entschleunigen unsere Wanderungen immer, wenn wir im Wiesental unterwegs sind, hier schalte ich den Kopf ab und genieße die Momente. An hektischen Tagen, träume ich mich dann zu besonders schönen Orten, wie zum Beispiel der Wiese mit der riesigen Buche in ihrem Sommerkleid.

Und genau hier zurück in Utzenfeld beginnt dann auch der erste Abschnitt der Tour zum Ende unserer Sommertour vom letzten Jahr, als wir oberhalb von Todtnauberg wetterbedingt abbrechen mussten. Wie das alles zusammenhängt und was wir 2021 in 5 Tagen und diesen Sommer an 2 Tagen alles erlebt haben und wieviel Kilometer wir dann am Schluss bewältigt haben, das ist ne lange Geschichte, daher seid gespannt. Ich sortiere derweil meine Erinnerungen und fang an zu schreiben, damit wir dieses Jahr noch fertig werden, denn die nächsten Touren sind schon geplant. Bis dahin bleibt relaxt und genießt die Zeit. Eure Heike

http://www.schwarzwald-panoramastrasse.de

http://www.hochschwarzwald.de

http://www.todtnau.de

Leben, Lieben, Leidenschaft

Wir sind nun am Ende meines kurzen Abstechers in unser ausgefülltes Leben. Meistens bleibt nur wenig Zeit, in der wir wirklich stillsitzen und mal gar nichts tun. Bei uns dreht es sich in erster Linie häufig ums Essen und dessen Zubereitung, dies liegt wahrscheinlich daran, dass wir beide im Metzgerei Handwerk oder besser gesagt mittlerweile im Fachverkauf für diesen Beruf tätig sind.

Dazu kommen noch das aktive Unterstützen des Vereins Fernspäher Helfen e.V. und mein Hobby das Wandern und Fotografieren. Wodurch ja dieser Blog entstanden ist, damit die Bilder, welche dabei entstehen, ich mit euch da draußen teilen und das erlebte in Worte fassen kann. Wenn wir zu zweit in der Natur unterwegs sind, ist das für uns der Ausgleich zum Job, bei dem wir mit vielen Menschen und in reger Kulisse uns bewegen. Auf den Wanderungen sammeln wir Kraft , genießen die Ruhe in den Wäldern und meistens entfaltet sich unser kreativer Geist, wenn wir dann nach einer Tour am Lagerfeuer sitzen, kommen die verrückteste Idee zustande.

Der Mittelpunkt in unserem Leben ist und bleibt aber die Leidenschaft zum Beruf, wir sind mit vollem Herzblut dabei. Wir sind ständig daran uns immer wieder weiter zu entwickeln, unser Wissen zu vertiefen. Ein großer Traum für meinen Mann, war es daher, sich auf seinem Beruf weiterzubilden, den er dieses Jahr erfolgreich im Seminar zum Fleischsommelier sich erfüllen konnte.

Was ist ein Fleischsommelier?

Ursprünglich wurde das Wort Sommelier aus dem griechischen „sagma“ abgeleitet, was soviel wie Packsattel bedeutet. Im lateinischen und französischen wurde daraus „somme“.

Ab dem 13 Jhd. bezeichnete man als Sommelier einen Säumer, Führer der Saumtiere.

Im 14 Jhd. war der Sommelier, Der für das Gepäck Verantwortliche. Seit dem 17 Jhd. benutzt man den Begriff eher im Haushalt. Den für die Weinausgabe zuständigen Angestellten.

Erst 1812 wurde der Sommelier als Berufsbezeichnung in der Gastronomie eingeführt, dort übernahm dieser die Verantwortung im kompletten Getränkebereich.

Aber wie ist es heute? Heute sind die „Sommeliers“ die Botschafter des guten Geschmacks, mit dem Ziel, Geschmack für den Konsumenten erlebbarer zu machen. Der Begriff „Sommelier“ ist nicht geschützt, daher eint er heute viele Bereiche im Ernährungs,- b.z.w. Nahrungsmittelhandwerk, ob Wein,- Bier,- Käse,- Brot,- oder wie in unserem Handwerk den Fleischsommelier. Es gibt nun mittlerweile viele verschiedene Rassen , nicht nur beim Rind, sondern auch beim Schwein, Lamm oder Geflügel. Neue internationale Zuschnitte in allen Bereichen, je nach Fütterung, Reifung, Zubereitungsart sind sie völlig unterschiedlich. Dies festzustellen, zu erkennen und weiter vermitteln gehört zur Aufgabe eines Sommeliers.

Und was macht nun „mein“ Fleischsommelier? Jürgens Schwerpunkt liegt auf den Steak Cuts, bevorzugt aus heimischer Aufzucht, wie zum Beispiel dem Hinterwälder Rind hier aus dem Schwarzwald, Wiesental. Zudem kommt, dass er schon immer gern Wild zubereitet hat und nun endlich sein bisheriges Wissen darüber, noch mehr vertiefen kann und neue Zubereitungsarten ausprobiert. Da entstehen ganz neue Kreationen. Diese er gern mit wissensdurstigen, geselligen, genussliebenden Interessenten verkostet. Soweit es mir möglich ist unterstütze ich ihn in all seinen Vorhaben, nicht nur, weil wir verheiratet sind, nein ich liebe unseren Beruf genauso und ich liebe es an seiner Seite zu stehen, bei den Vorbereitungen zu helfen und auch ich lerne immer weiter dazu. Und ja ich liebe seine Kreationen und ich esse gern ein geiles Stück Steak, so!

Außerdem lässt sich essen und reisen sehr gut verbinden, wie das funktioniert? Ganz einfach, der Fleischsommelier und die Hobbyfotografin ziehen ab und an gemeinsam los, dorthin wo man Beruf und Freizeit verbinden kann. Zum Beispiel mal nach Österreich zu den „Almochsen“ oder Spanien, die „alten Kühe“ besuchen, da wird’s doch wohl auch noch paar Wanderwege geben für meinen gehpaeck Blog, wo ich euch bildlich mitnehmen kann. Bis dahin schauen wir uns einfach noch ein bisschen hier in der Heimat um. Ich war zwar an diesem Tag nicht dabei, aber Jürgen hat mir paar Bilder zur Verfügung gestellt, als er die hier heimischen Hinterwälder besuchte und sich ausführlich durch deren Landwirt einen tollen Einblick verschaffen durfte, über Haltung, Fütterung und Vermarktung.

Das ist dann die schönste Seite in unserem Beruf, ganz nah und auf Tuchfühlung bei den Tieren zu sein. Sie sind nämlich ausgesprochen klug und sehr sozial, aber am herzigsten ist ihre Neugier, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Und hier verabschiede ich mich ganz leise und lass euch noch bisschen Fotos kucken. Wir sehen uns, irgendwo, irgendwann zwischen dem Leben, der Liebe und der Leidenschaft…eure Heike

Bilder zur Verfügung gestellt von Jürgen Albiez

http://www.fleischerschule.de

http://www.hieber.de

Das Ende der Welt

Ich war schon mal dort… am Weltende und in diesem Beitrag nehm ich euch mit auf die kleine aber feine Aussichtsreiche 6 km lange Tour in der Kroppacher Schweiz mitten im wunderschönen Westerwald. Gleichzeitig möchte ich euch auch noch ein paar weitere Einblicke in unser kreativ ausgefülltes Leben geben. Wie schon des Öfteren erwähnt, ist dieser Blog und die dazugehörigen Wanderungen und Reisen nicht das einzige, was wir so betreiben. Wir sind auch anderweitig unterwegs, dabei versuchen wir aber Hobbys und naja Arbeit oder besser gesagt Leidenschaft zu verbinden. Beginnen wir mal hier , kurz vorm Weltende. Wie wir hier her gekommen sind und wer uns begleitet hat, na das kam so.

Die ganze Geschichte fing schon 2019 an, als wir zum Tag der offenen Tür nach Pfullendorf, um die dort ansässige Kaserne zu besichtigen und „alte“ Kameraden aus der damaligen Einheit meines Mannes zu treffen, fuhren. Wir wurden schon erwartet, da wollte uns jemand ganz dringend kennenlernen. Und so kam eins zum anderen, wir trafen paar bekannte Gesichter, hier und da ein Schwätzchen, sind gemütlich durchs Gelände geschlendert, mein Mann erklärte mir das ein oder andere und zum Schluss sind wir dann an einem Tisch mit lustigen Gesellen hängen geblieben. Sofort wurde mein Mann an die Seite eines wissenshungrigen und gesprächigen, reiferen Kameraden zitiert. Die Rede ist von keinem anderen, als von dem, von uns mittlerweile ins Herz geschlossenen, Burkhard Flick. Mit seiner ebenso warmherzigen, unterhaltsamen Frau Maria war er angereist und was soll ich sagen, wir vier verstanden uns von der ersten Minute an. Wir plauderten munter darauf los und genossen den Abend redlich. Noch im selben Jahr im Spätsommer verbrachten wir zwei Tage bei Ihnen im Westerwald und wir tauschten Gedanken und Worte aus.

Burkhard lag schon lange eine Sache am Herzen. Diese Ideen besprachen er und Jürgen und so folgte eins zum anderen. Es wurde eine Hilfsorganisation von Burkhard ins Leben gerufen, wo Kameraden nicht nur durch Spenden, sondern auch mit einem Ansprechpartner und einer ineinander spielenden Kameradschaftlichen Hilfe, in Not geratenen Kameraden und deren Familie helfen können. Immer an seiner Seite und die Stütze im Hintergrund, seine liebe Maria. 2020 vertiefte sich die Kameradschaft und es wurde darüber gehirnt, der Hilfsorganisation eine bedeutende Festigkeit in der Welt zu geben. Viele Telefonate, schlaflose Nächte und Besuche beidseitig gingen ins Land, bis dann alle Steine aus dem Weg geräumt waren und es zur Geburtsstunde von OCULUS EXERCITUS – Fernspäher helfen! e.V. als gemeinnützigen Verein kam. Wir sind nun also auch ein Teil von diesem Verein und unterstützen Burkhard und Maria wo wir können. Das so ein Verein Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt, brauch ich euch nicht erklären und wenn man das mit dem Herzen macht, dann nimmt das auch ein großes Stück vom Privatleben ein. Daher möchte ich an dieser Stelle , Burkhard und Maria, ein großes Dankeschön und Lob aussprechen bei der ganzen Opferbereitschaft für soviel Menschen.

Mit zwei so mutigen Herztypen geht man nicht nur durch dick und dünn. Da geht man ein ganzes Stück weiter. So ergab es sich im Herbst letzten Jahres, bei einem Besuch im Westerwald, dass wir zu der Tour zum Weltende aufgebrochen sind.

Es war ein sonniger Morgen, besser gesagt später Vormittag, da wir uns schon wieder ausgedehnt verquatscht hatten , beim Frühstück, als wir endlich aufbrachen. Es ging in die Kroppacher Schweiz, wir parkten das Auto auf einem Wanderparkplatz. Ich muss gestehen, hier hab ich null Ahnung wo wir waren, weil ich eigentlich total relaxt hinterher gelaufen bin. Die Tour hatten Maria und Burkhard ausgesucht und wollten uns damit überraschen, weil sie wussten, wir wandern gerne. Daher schaut am besten selbst auf den Link, welchen ich unten anhänge, falls jemand genauer Daten möchte. Wir starteten gemütlich auf dem Wiesenweg, der auf der anderen Seite der Straße beginnt und dann schon gleich mal steil bergab durch den Wald bis ins Tal führt, zu einer Brücke, welche wir überquerten. Unter uns floss der kleine Fluss Nister ruhig plätschernd vor sich hin. Es war ein schattiges Plätzchen hier und die Sonne war an diesem Tag noch nicht ganz bis in jeden Winkel durchgedrungen, somit lag noch leichter Reif über den Wiesen.

Sogleich nach der Brücke, bogen wir rechts auf den schmalen leicht bergauf führenden Naturpfad ein. Man sollte hier, auch wenn es nicht das alpine Hochgebirge ist, etwas trittsicher sein und die Augen auf dem Weg haben. Es müssen immer wieder kleines Wurzelwerk und Gestein übergangen werden. Festes Schuhwerk empfiehlt sich bei solchen naturbelassenen und bewaldeten Routen von selbst.

Am Wegrand gibt es doch einiges zu entdecken, wie z.B. ein alter Wasserspeicher oder was das mal war. Auf jeden Fall, hab ich mich dort nicht weiter heran getraut,es wirkte auf mich zu gruselig und es war kniehoch mit Wasser geflutet. Burkhard war da etwas furchtloser, als ich und stand gleich mal Model.

Der Pfad führte uns hier ganz schön auf und ab und das ein oder andere mal kamen wir ganz gewaltig aus der Puste, immer wieder verweilten wir und bewunderten die schöne Natur. Nach einem knackigen Aufstieg eröffnete sich ein wunderschöner Pausenplatz mit einem herrlichen Ausblick über das Tal der Nister . Wir verschnauften auf den Ruhebänken und packten unser Vesper aus. Es war ein wirklich schöner Herbsttag, die Luft war kühl, die lauschigen Sonnenstrahlen kitzelten uns auf der Nase, während sie durch die langsam sich verfärbenden Blätter schienen.

Nach einer ausgedehnten Pause, lag er vor uns, der Weg zum Weltende. Nun ging’s, wie sollte es auch anders sein, bergab, den schmalen Waldweg hinab über eine weite Wiese ans Ufer der Nister. Da standen wir nun und es ging nicht weiter, weil vor uns der Fluss lag. Wo bitte verläuft der Wanderweg weiter, doch nicht etwa wieder den ganzen Trail zurück? Nö, es muss eine andere Lösung geben. Die gab es auch und zwar direkt über den Fluss! Wer macht den Anfang?

Burkhard und Jürgen testeten den natürlichen Übergang, kurz darauf befanden wir uns mitten auf dem bewegenden Nass. Jetzt aber schön konzentrieren und bitte nicht daneben treten. Jeder überquerte die Nister auf seine Weise , so sind wir alle auf der anderen Seite trocken und unversehrt angekommen. Und hier war es nun das Weltende, so stand es vor uns.

Die Sonne stand nun schon tief und der Tag neigte sich dem späten Nachmittag zu, wir stapften also weiter, denn der Parkplatz lag noch eine ganze Ecke von uns entfernt. Entlang des Waldrands ging es erst auf Naturwegen und danach auf einer kleinen Teerstrasse aufwärts , an Kuhweiden vorbei, bis kurz vor ein kleines Örtchen. Ich vermute es war Alhausen, aber ich hab da keine Erinnerungen mehr, da ich mich, übrigens total aufgehoben, auf die Orientierung von unseren Wanderführern verließ. Also, kurz vor dem Dorf , zeigten zumindest die Wegweiser links den Hang hinauf über eine Wiese, welchen wir auch folgten. Später verlief dieser nochmals in ein Waldgebiet rein und den Kamm entlang auf der anderen Seite des Tales. Der Weg war hier sehr dicht bewachsen, so dass wir im Entenmarsch hintereinander liefen, bis wir wieder Waldboden unter uns hatten. Diesen absolvierten wir jeder in seinem Tempo, denn auch hier ging es nochmals ordentlich bergauf und wir trafen uns dann fast schon am Ausgangspunkt an einer einer kleinen Bank mit kleinem Ausblick, welche wir auch in Anspruch nahmen und eine kleine Rast einlegten. Wir genossen die Ruhe und den Blick zurück über das Tal, bevor wir den letzten Abschnitt bis zum Parkplatz in Angriff nahmen. Das Licht des Tages neigte sich dem Abend hin und glückselig über unsere gemeinsame Tour kamen wir dann wieder wohlbehalten am Auto an. So stand einem gemütlichen Ausklang des Tages nichts mehr im Wege.

Link Tourenplaner

Na, und wer von euch macht sich als nächstes auf, zum Weltende? Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß und gutes Gelingen.

Im nächsten Blog, erfahrt ihr, warum, wir mal soeben kurz unter der Woche in die fast südlichste Ecke von Deutschland gefahren sind, bis kurz vor die Österreichischen Grenze, und zwar nach Füssen. Bis dahin eine gute Zeit und schönen Abend. Eure Heike

Insel Mainau – Perfektion in Farbe

Wer eine Reise zum Bodensee unternimmt oder Urlaub in dieser Umgebung macht, der kommt um sie nicht herum. Wenn man bunte Blumen, hochgewachsenen Bäume oder ausgefallene Gewächse jeglicher Art und Herkunft mag und sich dafür interessiert, dann ist man hier genau richtig, wo ? Na auf der Insel Mainau, im wunderschönen Bodensee in der Nähe von Konstanz. Es gibt verschiedene Möglichkeiten sie zu erreichen, man kann den Weg übers Festland nehmen, mit Bus, Bahn, Auto oder gar mit dem Rad oder man gönnt sich noch eine Schifffahrt mit der Fähre. Alle Informationen dazu findet ihr über den von mir eingestellten Link dann am Ende des Berichts. Da ich Unmengen von Bildern heute hier reinstelle mit kurzen Infos oder Gedanken meiner Selbst, würde ich sagen, laufen wir mal langsam los, denn meine Familie und ich sind über das Festland angereist und wenn man dort dann nach geregelter Einweisung seinen Parkplatz erreicht hat, dann läuft man noch ca. 15 Minuten bis zum Eingang. Je nachdem, wie gut man natürlich zu Fuß ist 😉

Wir haben heute einiges an Weg vor uns , immerhin beträgt die ganze Inselgrösse ungefähr 45 ha und es gibt einiges zu bewundern in diesem Jahr, es steht nämlich ganz und gar im Zeichen „Schlossjuwel und Gartenrausch“. Damit wir uns aber nicht verlaufen, lassen wir uns am Einlass einen Flyer mit ausführlichem Inselplan geben. Falls doch jemand verloren geht, kann man als Treffpunkt gleich hier sich unter dem Maskottchen „Blumi“ wiederfinden.

Nach dem freundlichen lachenden „Blumi“ laufen wir am Mainau Kinderland vorbei, da wir alle erwachsen sind, zumindest in der Körpergrößen Ausführung kommt ein Aufenthalt auf diesem großen tobespass Spielplatz nicht in Frage. Am Wegrand befinden sich die ersten Blumenbeete und der erste nicht ursprünglich heimische Taschentuchbaum. Warum dieser so heißt, ganz einfach! Wenn er blüht, schaut er aus, als hätte jemand weiße Taschentücher daran gehängt. ☺️Gleich danach können wir schon die herzig angelegten Blumenfiguren erblickten und ein Blick in den Kräutergarten werfen, dort steht auch Allerlei Wissenswertes über Pflanzen und ihre Heilkraft und Herkunft. Mein Mann liest den ein oder anderen Infopoint sehr genau, daher hab ich Zeit Fotos zu machen.

Oh hoppala, da wartet derweilen doch jemand auf mich, du kannst aber schnell lesen. Wo gehts denn jetzt hin? Über den Planetenweg in einen kunterbunten Garten mit Sitzmöglichkeiten zum verweilen, diese wurden auch gleich in Anspruch genommen. Was hab ich da für Genießer an meiner Seite, ich nutze die Pause und tue es den Hummeln und Bienen gleich, das heißt, ich schwirre umher und sammele. Nein nicht Nektar, Fotomotive für meine fleißigen Leser , damit es nicht langweilig wird zwischen den Zeilen.

Diesen Schnappschuss hat mein Mann derweilen gemacht

Nun aber weiter! In der nächsten Anlage, wartet ein Highlight auf uns. Hier gibt es einiges zu bestaunen, wie zum Beispiel den Küchengarten, den Garten für Alle, einen Interkulturellen Schulgarten, den Energiepavillon und das Café Vergissmeinnicht. Dort kann man in einem kleinen Garten Torten und Kuchen, dazu eine Kaffeegetränk genießen. Uns zog es aber in ein besonderes Haus, hier soll man sie ganz nah bewundern können. Schmetterlinge, große mit ihren farbenprächtigen schwingenden Flügeln. Sie schwirrten uns nur so um den Kopf herum, als ob wir gar nicht da wären, so schnell, dass es schon eine Kunst war, sie bildlich festzuhalten. Und diese Pflanzenwelt, ein einziges grünes, feucht tropfendes Gewächshaus mit kleinem Wasserlauf und angelegten Teich, wo Fische schwammen und hier und da Schildkröten saßen, in kleinen Gruppen aufeinander oder hintereinander. Tropische Luft eingeatmet, so sind wir da durchgewandert durch diesen Dschungel.

Sind sie nicht wunderschön? Richtig graziös in ihren verschiedenen Formen und Farben, ich war ganz angetan von dieser Vielfalt. Und so verzaubert kamen wir wieder heraus, gingen begeistert dem nächsten, für mich anmutigsten Wunder entgegen. Etwas sehr großem, dem Name her schon zu erraten, standen wir nach ein paar Metern vor ein paar wirklichen Riesen, den Mammutbäumen. Ich habe noch nie so große majestätische Bäume gesehen, weshalb ich dann auch ganz besonnen und staunend unter ihnen herging. Wie unglaublich muss dann erst die Erfahrung sein, wenn man mal das Glück hat diese in Kalifornien stehenden bewundern zu können.

Gigantisch! Also die Mammutbäumen waren schon sehr beeindruckend, sie wirken kraftvoll, aber irgendwie auch beruhigend. Auf mich strahlen Sie etwas erhabenes aus, so ein fast 150 Jahre alter Baum hat ja auch schon einiges durchgestanden. Wer wohl bis heute dort alles in seinem Schatten stand oder saß? Also eine Person ganz bestimmt, könnt ich mir vorstellen. Ich habe da jemand bestimmtes im Sinn und zwar die Person, der wir es zu verdanken haben, uns hier auf der Insel überhaupt aufhalten und an dieser Farbenpracht Teil haben zu dürfen. Die Rede ist von Lennart Graf Bernadotte, jener baute den einstigen Schlosspark seines Urgroßvaters Großherzog Friedrich I.von Baden zu einem Blumen- und Pflanzenparadies weiter aus und ermöglichte der Öffentlichkeit den Zugang. Heute wird dies alles von seinen Kindern Björn Graf Bernadotte und Bettina Gräfin Bernadotte , beide Geschäftsführer der Mainau GmbH, gemanagt. Bevor wir aber ihr Schloss besichtigen und die dazugehörige St.Marienkirche, brauch ich eine Stärkung. Hier auf der Mainau kann man nach Herzenslust auf verschiedenen Möglichkeiten speisen. Soll es zünftig im Biergarten, oder sterneküchen Ambiente mit 3 Gänge Menü sein, es ist für jeden was dabei. Wir entscheiden uns für einen Klassiker auf unserem Ausflug und lassen uns die Currywurst mit Pommes schmecken. Immerhin haben wir noch paar Stationen vor uns und die Zeit vergeht hier wahrlich wie im Flug. Also bis gleich , wir sehen uns am Schloss.

Im Schloss selbst, befinden sich die Ausstellung , das Hut-Atelier von Diana Gräfin Bernadotte, die Schlossboutique und das im dazu passenden vornehmen Ambiente dekorierte Schlossscafé, wo man sich von den vielfältigen süßen Kuchen aus der stilvollen Glasvitrine verführen lassen kann. Die machen es einem aber auch schwer hier weiter zu laufen, doch wir dürfen uns der Süßen Verführung nicht hingeben, es liegen noch einige Kilometer Pflanzenwelt vor uns , die wollen alle noch bestaunt und bewundert , aber vor allem fotografiert werden und hier kommen die nächsten Bilder. Wir bewegen unsere Füße rüber zum Palmenhaus und danach durch den Italienischen Rosengarten.

Wie ich es am Anfang schon erwähnt habe stehen dieses und nächstes Jahr unter dem Motto „Schlossjuwel & Gartenrausch“ , somit kann man auf der ganzen Mainau lebendige Inselgeschichte mit malerischen kreativen Pflanzungen sowie Installationen im Park und den Gärten bewundern und erkunden. Ich hab auch was gefunden, was ich auch gleich anprobieren muss…

Über die Brunnenarena führt uns der Weg zur Frühlingsstrasse, vorbei am Aboretum, der Baumsammlung. So langsam sind der ein oder andere etwas „Fußlahm„ somit schwenkt unser kleiner Trupp in Richtung Ausgangspunkt, was sehr schade ist. Es gibt hier noch so viel zu sehen, wie die italienische Blumen- Wassertreppe, den Dahliengarten, Pfingstrosen und Rhododendronhang , aber ich habe Einsicht, immerhin müssen wir ja auch noch fast zwei Stunden Fahrzeit rechnen. Daher schlendere ich so hinterher und knipse noch ein paar Bilder, Hauptsache, wir lassen den Bauernhof nicht aus, ich mag doch Tiere so gerne. Na und da erblicke ich noch ein interessantes Gewächsparadies, daher alles ok, wenn ihr mich sucht, ich bin da irgendwo in einem Gebüsch hängen geblieben.

Das war mal noch ein schöner Abstecher zum Schluss, nun wird’s allmählich Zeit für den Heimweg. So laufen wir gemütlich gen Ausgang, die Männer sind schon voraus gelaufen und warten geduldig auf einem Bänkla am Uferweg, für Unterhaltung sorgen die unzähligen Enten und anderen Wasservögel. Ich verabschiede mich für heute von euch und wünsche viel Freude mit den Bildern. Das nächste Mal entführe ich euch in eine andere Welt des Genusses, diesmal lass ich euch bildlich an einem weiteren wichtigen Teil in meinem Leben und der Leidenschaft meines Mannes Teil haben. Seid gespannt, wir sehen uns 🙋🏻‍♀️ eure Heike von gehpaeck

Quellen : http://www.mainau.de

Eisenbahnromantik – Das Kandertalbähnle

Immer wieder Sonntags, ab Anfang Mai bis Mitte Oktober fährt es das „Chanderli“, wie sie hier in ihrer Heimat dem Südschwarzwald liebevoll genannt wird. Und somit gehts los, ich nehme euch mit auf einen kurzen Trip in die Vergangenheit, kurz gesagt ins Jahr 1895. „Alles einsteigen, bitte!“

Und so schaut sie aus, die kleine dampfende, pfeifende Nebenbahn aus dem Süden Baden Württembergs. Wie schon kurz erwähnt wurde sie , nun genau gesagt, am 01.05.1895 in Betrieb genommen und fuhr dann fast 100 Jahre täglich hier im lieblichen Kandertal von einer Station bis zur nächsten und beförderte nicht nur Personen. Seit dem ersten Mai 1986 wird sie als reine Museumsbahn mit allen Stationen, in Stand gehalten und betrieben. Dieser ehrwürdigen, umfangreichen Aufgabe haben sich der Zweckverband Kandertal und der Kandertalbahn e.V. gewidmet, was ausschließlich ehrenamtlich umgesetzt wird. Dies umfasst nicht nur die Erhaltung der Fahrzeuge, sondern auch die Unterhaltung der Strecke, welche immerhin ca. 13 km lang ist. An dieser Stelle möchte ich meine Anerkennung für diese Menschen aussprechen, welche es uns ermöglichen, an einem solchen Erlebnis teilhaben zu können und die kurze aber sehr abenteuerlich, romantische Zugfahrt zu genießen.

Und nun geht die Reise los! Wir stehen am Bahnhof von dem kleinen Örtchen Haltingen ( in der Nähe von Weil am Rhein) und schauen dem bunten Treiben zu. Da laufen Sonntagsausflügler mit ihren gesamten Familienmitgliedern, Oma , Opa , Onkel, Tante, Vetter und Cousine dritten Grades , Kinder , Hund, Katze, Maus … aufgeregt zum Bahngleis. Was in aller Welt pfeift denn da so durch die morgendliche Ruhe und bringt die Menschen hier dazu, so freudestrahlend sich in eine einzige Richtung zu bewegen? Und schon kann ich sie sehen, die dampfende, schnaufende metallisch schwarz glänzende Chanderli. Alle wollen einen Blick aus der Nähe erhaschen und sich noch schnell mit ihr fotografieren lassen, bevor der Schaffner alles zum Einsteigen auffordert. Einen schönen Platz wollen wir ja auch noch ergattern, immerhin fahren wir nicht jeden Tag mit so einem Erlebniszug. Wir werden in einem Abteil relativ in der Mitte fündig , passt zu uns „Arbeiterklasse“ , mehr können wir uns nicht leisten, jeder zu seines Gleichen 😅

Wir tuckerten also mit einer angenehmen Geschwindigkeit durch die herrliche Landschaft, erblickten auf den Feldern Störche und in den Gärten, der an den Bahngleisen, angrenzenden Häuser wildromantische Bauerngärten oder urige Hinterhöfe und wenn wir genauer hingesehen hätten, bestimmt auch die ein oder andere Unterhose auf der Wäscheleine 🤭

Ein starkes Schnauben und ein freundliches Pfeifen deuten darauf hin, dass es jetzt los geht und mit einem kräftigen Ruck setzt sie sich auch schon in Bewegung. Ich stehe am Fenster und versuche die Lok in voller Fahrt zu filmen, dafür muss ich die Kurven abwarten. Es will mir aber per du nicht gelingen, und dann höre ich einen Satz , der mich kurzfristig in meine Kindheit zurück versetzt: „ Setz dich Kind, oder du fällst noch raus!“ ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass meine Eltern gerade zu Besuch bei uns waren und ich auf ihren Wunsch diesen Ausflug unternommen habe, welchen ich sehr gern nachgekommen bin. Ich mag diese Trips in vergangene Zeiten, Burgen, Bauernhäuser, Museen oder wie an diesem Sonntag im Juli, in einer mit Kohle betriebenen Dampflok und dazugehörigen Waggons fahren. Aber zurück zu Mutti‘s Bedenken. Nein meine liebe Mama ich falle nicht raus, weil dies eigentlich praktisch physikalisch nicht umsetzbar ist/war , da das Fenster gar nicht ganz geöffnet werden konnte, nur meinen Kopf und die Arme hatte ich etwas hinaus gehalten, um zu Filmen und zu fotografieren. Aber ich kam ihrer Bitte für einen kurzen Moment nach, damit auch sie in Ruhe und ohne Ängste ums „Kind“ ihre Zugfahrt genießen konnte.

Die gesamte Strecke umfasst sechs Stationen und es wird beim passieren oder auch halten ordentlich gebimmelt und gepfiffen. Des Weiteren stößt die Kandertalbahn diese Töne aus, wenn sie an einem Bahnübergang ohne technische Sicherung vorbeifährt, um vorzuwarnen, Abstand und Vorsicht an dem Bahngleisen! hier kommt das Chanderli. Daher auch der Name Bimmelbahn.

Nach einer ca. Dreiviertelstunde wird unser Tempo gedrosselt und wir bewegen uns zuckelnd auf die Töpferstadt Kandern zu. Unser Eintreffen wird in lauten Tönen bekannt gemacht und so werden wir von freundlich, winkenden am Bahnhof wartenden , weiteren Sonntagsausflüglern begrüßt. Sobald die Lok zum Stillstand gekommen ist und wir uns nach draußen begeben haben, ergreife ich die Chance, die einzelnen Waggons ohne Passagiere zu erkunden und bildlich festzuhalten.

Danach schlenderte ich quietschvergnügt über den Bahnhof zu meiner Familie und wir besprechen den weiteren Tagesverlauf, wobei wir uns erstmal einstimmig für ein Eisbecher entschieden , da es am heutigen Tag schwülwarm ist. Der Fahrtwind vom Chanderli sorgte übrigens für angenehme Abkühlung.

Kandern ist ebenso ein schönes Ausflugsziel, in diesem kleinen Städtchen gibt es einige herzige, liebevoll gestaltete Häuser mit reizenden Vorgärten und es befinden sich ein paar sehr schöne gemütliche Wirtschaften mit schmackhaften regionalen Speisen vor Ort, oder auch internationaler Küche. Daher hab ich noch ein paar Eindrücke von Kandern für euch festgehalten, vielleicht ist es ein Anreiz, mal in unsere Gegend zu kommen… doch nun erstmal viel Spaß mit den Bildern. Bis bald hoffentlich, ich mach mich schon an die nächsten Bilder, diesmal wird es recht farbenfroh und dieser Duft , wo werd ich da bloß wieder rumgelaufen sein? Seid gespannt, Eure Heike.

Für weitere Infos zum Chanderli:

http://www.kandertalbahn.de