Wieder zurück, auf den Wegen und Straßen unserer Region, waren mein Mann und ich im letzten Urlaub mal seit laaaaanger Zeit in Freiburg. Einfach bisschen bummeln gehen, über den Wochenmarkt schlendern und natürlich Fotomotive einfangen.



Wir sind nicht oft in Städten anzutreffen, schon gar nicht, wenn sich viele Menschen aneinander drängen , wir mögen eher kleine idyllische Örtchen mit eventuellen historischen Stadtkern oder Fachwerk. Am liebsten bewegen wir uns aber in der Stille und Einsamkeit der Natur, dort finden wir den Ausgleich zum Alltag, tanken Kraft, atmen durch. Da wir beide im Einzelhandel schaffen und ständig mit Kunden zu tun haben, oder wie in vergangenen Berichten beschrieben, selbst noch Tastings geben, ist dann so eine Großstadt nicht das Richtige für uns, um abzuschalten. 😅 Und doch haben wir es gewagt, uns diesem Trubel an einem Samstag Vormittag hinzugeben, denn in Freiburg steht sein bekanntes Münster.

Kirchen, Burgen, Klöster haben für mich ihre ganze spezielle Anziehungskraft. Ich bin von ihrer Baukunst und Architektur manchmal schlicht weg gefangen. Sie haben etwas überwältigendes, etwas mystisches, geheimnisvolles, dabei strahlen sie doch eine unglaubliche Ruhe aus, besänftigen einen, wenn man sich still auf leisen Sohlen durch sie hindurch bewegt, selbst wenn sie so gut besucht sind, wie das Münster an jenem Samstag. Was mich persönlich ebenso reizen würde zu fotografieren, wäre eine richtige große Kathedrale oder Kloster aus Frankreich. Ich finde diese sehr beeindruckend, allein, was die Menschen geleistet haben, um solch ein Bauwerk zu errichten, welches dann teilweise bis über Jahrhunderte standhält.




Nun wird es aber langsam Zeit, dass ich euch etwas über das Münster erzähle. Da ich keine Führung mit gemacht habe, sind die Daten aus dem Netz. Ich hoffe, ihr habt etwas Nachsicht mit mir, ich bin kein Reporter, mein Interesse gilt der Fotografie, ich bin sozusagen praktisch veranlagt, kein Theoretiker. 🤓
Der Freiburger Münster
Das Freiburger Münster hat eine lange und komplizierte Baugeschichte. Im Laufe der Bauzeit erlebte es viele Planwechsel und Baumeister, die in der Anfangszeit anonym blieben. Erst mit Beginn des spätgotischen Chorbaus kennt man ihre Namen. Zu ihnen zählt Johannes von Gmünd aus der berühmten deutschen Baumeister- und Bildhauerfamilie „Parler“. Beim Bau orientierte man sich an den zwei wichtigsten Bischofskirchen am Oberrhein: Nach dem Vorbild des Basler Münsters wurde das Freiburger Münster im spätromanischen Baustil begonnen, ab 1230/40 im gotischen Stil in Anlehnung an das Straßburger Münster weitergeführt. Die künstlerischen Verbindungen und die gegenseitigen Anregungen kommen in allen drei Bauwerken in vielfältiger Weise zum Ausdruck, in der Architektur wie in der Skulptur.


Über mehrere Jahrhunderte hat man am Freiburger Münster gebaut, von circa 1200 bis Mitte des 16. Jh. Dank der reichen Silbervorkommen im Schwarzwald, mit denen Freiburg reich geworden war, und der ergiebigen Sandsteinvorräte in der Stadt und der näheren Umgebung waren die Voraussetzungen für so ein gewaltiges Bauwerk günstig. So gehört das Freiburger Münster zu den wenigen großen gotischen Kirchen, die noch im Mittelalter einschließlich des Turmes fertiggestellt wurden. Die Verantwortung und Finanzierung lagen zunächst bei den Stadtherren, den Herzögen von Zähringen und den Grafen von Freiburg. Ab circa 1300 übernahm die Stadt selbst die Leitung über die Arbeiten. Bis Anfang des 19. Jh. waren die aus dem Stadtrat gewählten Münsterpfleger zuständig für das Bauwerk und seine Ausstattung.



Auch nach der Vollendung des Münsters Mitte des 16. Jh. setzte sich die Bautätigkeit mit zahlreichen Ergänzungen und Anbauten zur Verschönerung der Kirche fort. Parallel hierzu wurden immer wieder Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die bis zum heutigen Tag andauern. Diese Arbeiten teilen sich seit 1890 das Erzbischöfliche Bauamt und der Münsterbauverein mit der Münsterbauhütte, die seit dem Mittelalter mit kurzer Unterbrechung besteht.






Das Freiburger Münster, Stadtpfarrkirche und seit 1821/27 Bischofskirche der Erzdiözese Freiburg, ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Berühmt vor allem wegen seiner einzigartigen, durchbrochenen Turmspitze birgt die Kirche in ihrem Innern eine große Anzahl mittelalterlicher Kunstwerke, wie Altäre, Glasmalereien und Skulpturen. Nahezu unversehrt hat das Münster die zahlreichen Kriege, vor allem die beiden Weltkriege des 20. Jh. überstanden.







Daten:
Architektonische Höhe: 116m
Baustile: Gotische Architektur, Romantische Architektur
Architekt: Johann Parler der Ältere
Funktion: Kathedrale
Konfession: Römisch-Katholische Kirche

Am späten Nachmittag ließ mich der Münster wieder aus seinem Bann und ich eilte zu meinem, schon wieder etwas länger, auf mich wartenden Mann.
Ich hoffe euch hat der Ausflug in die Stadt Freiburg ebenso gefallen, wie mir. Als nächstes nehm ich euch mit nach Thüringen, auch wenn ich den Schwarzwald mittlerweile als meine Heimat bezeichne (hab hier mein Herz ❤️ vergeben), bin ich gerne auch mal wieder dort, wo meine Wurzeln liegen. Es geht auf die Osterburg nach Weida, dort befand sich letztes Jahr die Ausstellung, ganz im Sinn der „Sprache“. Ich denke, es wäre doch bestimmt interessant, was es darüber alles zu besprechen gibt, da ich sowieso das Empfinde habe, wir kommunizieren viel zu wenig untereinander, ohne dass nicht einer ein Smartphone oder Laptopcomputer vor sich hat. Wo sind sie hin die einfachen Gespräche von Mensch zu Mensch, mit dem Blick in die Augen der dir gegenüber stehenden Person(en)?
Zusätzlich befand sich zu dem Zeitpunkt, als wir auf der Burg waren, noch eine ganz eigene Kunstausstellung. Ich bin zwar nicht dazu veranlagt und hab auch überhaupt null Ahnung, was Kunst angeht, aber ich sehe, was schön ist und harmoniert. Was mich auf diesem Ausflug noch begeistert hat, als nur die alten Mauern, das erfahrt ihr, wenn ihr vorbeischaut. Also wir sehen uns? Eure Heike 🙋🏻♀️
http://www.freiburgermuenster.info