Es war an einem wunderschönen Samstagmorgen, kein Wecker klingelte, kein Verkehrslärm, keine Nachbarn. Nur das liebliche Vogelgezwitscher, das sanfte Rauschen des Sommerwindes in den Blätter der umliegenden Bäume, warme kitzelnde Sonnenstrahlen, weckten uns aus dem erholtem Schlaf, hier in der traumhaften Natur des Wiesentals. Nun hatten wir schon so viele Kilometer hinter uns gebracht, waren jedesmal unter Sternenhimmel eingeschlafen und wachten in bezaubernder Umgebung auf und jedesmal war es etwas besonderes.

An diesem Morgen war es schon sehr warm, wir frühstückten ordentlich und brachen dann rasch auf, um frühzeitig die ersten Kilometer hinter uns zu bringen, bevor es wieder zu heiss werden würde und wir nur langsam voran kommen würden. Unser Ziel war heute die Bücklebodenhütte bei Sallneck hier im heimeligen Wiesental. Aber zuerst traten wir mal den Gang in Richtung „Badezimmer“ an! Los gehts, auf nach Hinterheubronn und dann zum Naturschutzgebiet mit dem sich dort befindlichen Natur Badesee , dem Nonnenmattweiher.








Nach der Fischerhütte ist es nur noch ein kurzes Stück, bis sich uns der idyllisch gelegene Natursee Nonnenmattweiher zeigt.
Nonnenmattweiher
Der Name des Sees geht auf die früher gebräuchliche Bezeichnung für zur Mast vorgesehene Kühe – sog. Nonnen oder Nunnenzurück. Sie wurden früher auf den Matten (im Alemannischen für Wiese) des Karbodens geweidet. Später vermutete der Volksmund ein Nonnenklosterals Namensgeber, welches der Sage nach durch ein Gottesgericht im See versunken sei.

Nachdem der See vermutlich bereits im Mittelalter verlandet war, wurde er in der Folgezeit mit Dämmen aufgestaut. Er ist rund 325 Metern lang und 200 Metern breit, somit ist der Nonnenmattweiher nicht sonderlich groß, aber dafür richtig schön anzusehen.







Nach dem ausgiebigen Bad im See und einem zweiten Kaffee, machten wir uns wieder auf die Socken. Das kleine Dörfchen Wies war unser nächstes Anlaufziel, der Weg dorthin ging über herrliche Waldwege, sehr angenehm hier im Wald zu laufen, gerade weil die Sonne schon wieder kräftig vom Himmel schien.







Wir durchliefen Wies um die Mittagszeit und folgten der Landstraße nach Wambach. Am Wegrand fanden wir eine kleine Bank unter einem Baum im Schatten. Von hier aus hatten wir nochmal einen schönen Blick über das Örtchen. Von Blasmusik, welche auf eine Festlichkeit zurück zu führen vermag, begleitet verbrachten wir hier unseren Mittag, wir köchelten schnell etwas aus einer Tüte. Danach gönnten wir uns ein 30 Minütiges Schläfchen.


Der Weg nach Wambach verlief für uns über die Teerstrasse, unter strahlender, heißer Sonne. Wir kämpften uns förmlich Schritt für Schritt die 2,5 Kilometer hoch in dieses ebenfalls kleine heimatliche Dorf. Wir suchten durstig und nach etwas Abkühlung sehnend einen Dorfbrunnen und wurden zum Glück fündig. Wir kühlten uns ab, füllten die Trinkflaschen mit dem klaren , erfrischenden Wasser und orientierten uns dann auf der Wanderkarte, um die letzte Etappe der Tour zur Bücklebodenhütte anzutreten. Es dürften noch ca. 5 km sein, dann hätten wir es geschafft.




Wir folgten der Route mit gelber Raute zum Ortsausgang und liefen einem Waldstück sehnsüchtig entgegen, endlich wieder im Schutz der Bäume laufen, Schatten. Auf gut ausgebauten Forst-, Waldwegen ging es weiter mal auf, mal ab, mal geradeaus.


Immer mit Orientierung auf die gelbe Raute in Richtung Sallneck, denn von dort müsste dann bald mal die Bücklebodenhütte ausgeschrieben sein. Müsste, war sie aber nicht, was uns zwischendurch verunsicherte, ob wir noch richtig waren. Dann tauchte auf einer kleinen Bergkuppe eine Hütte auf, die mir von meiner letzten Tour im Alleingang, bekannt vor kam. So wusste ich sofort genau, wo wir waren und weiter laufen mussten. Von hier aus war es nicht mehr weit und wir trafen auf die Bücklebodenhütte.





Ich hatte zwischendurch geschrieben, hier an der Bücklebodenhütte hätten wir es geschafft an diesem heißen Tag, doch es kam mal wieder anders. Aber erstmal fingen wir an uns ein wenig auszubreiten, machten uns frisch an der Quelle mit schönen kühlen Wasser. Setzten ein Kaffee auf, köchelten uns ein deftiges Abendessen. Dann gab es noch ein Tröpfchen Whisky und während wir so quatschten über die weitere Etappe bis nach Steinen, merkten wir das es uns in den Füßen juckte und wir wieder voller Energie geladen, es uns in den Sinn kam eine Nachtwanderung nach Hause zu machen. Lag wohl am Whisky, dass wir dann tatsächlich unsere sieben Sachen verpackten und voller Tatendrang aufbrachen. Nicht dass ihr denkt wir reden hier von einer Nachtwanderung mit höchsten 3 km, NEIN! Von der Bücklebodenhütte bis Steinen Bahnhof sind es ungefähr 14 Kilometer! Nicht zu vergessen, die gleiche Anzahl hatten wir an diesem Tag schon bewältigt, bei ca. 30 Grad im Schatten. Keine Ahnung was uns da geritten hat, aber nun ja, wir haben es getan, Nachts durchs Kleine Wiesental.






Noch war der Himmel blau und es war nun angenehm zum laufen, die Hitze hatte sich in ein angenehmes Abendlüftchen verwandelt. Doch dann sahen wir etwas auf uns zu kommen, was uns ein wenig Sorgen machte.

So liefen wir weiter , nun etwas zügiger, wir mussten noch durch den letzten bewaldeten Abschnitt runter zu dem Örtchen Hofen. Ab da würde es geradeaus am Vogelpark vorbei nach Weitenau gehen und dann auf dem Radweg noch 6 Kilometer schnurstracks Endspurt nach Steinen.


So ca. 21.30 Uhr durchliefen wir den Ort Hofen, hier zeigte sich der Himmel in einem atemberaubenden Abendrot, dazu kam noch das hier eine Kirche steht und diese wurde sogleich zu einem traumhaft, schaurig schönen Fotomotiv für mich. Allein dafür hatte sich der Aufbruch zu vorgerückter Stunde gelohnt, es hat uns nicht umsonst in den Füßen gejuckt, diese Tour in die Nacht hinein auf uns zu nehmen.





Nun hieß es aber für uns zügig voran zu kommen, das Grollen wurde immer lauter und treibender. Wir liefen, was das Zeug hielt, die ersten Regentropfen platschten auf den vor uns liegenden Weg. Es muss wohl so um 23.00 Uhr gewesen sein, als wir etwas leicht befeuchten, aber glücklich und stolz heil zu Hause ankamen. Bei einem Glas Whiskey auf dem trockenen Balkon beobachteten wir nun das herab prasseln des Regens auf die Erde. Zum heutigen Tag kann ich von uns behaupten, wir haben alles richtig entschieden, ich möchte keinen einzigen Schritt missen. Es war eine erfahrungsreiche, abwechslungsreiche, herausfordernde Tour , aber in erster Linie war es wunderschön, eine Zeit die ich nie im Leben vergessen möchte. Danke an meinen Mann Jürgen für dieses wunderbare Abenteuer, nur mit dir bin ich an meine Grenzen und über sie hinaus gegangen. Ich liebe dich ❤️


Den letzten Abschnitt unserer Tour kannten wir schon recht gut, auch wenn wir noch nicht alle Wege gegangen sind, da unzählig viele Wandermöglichkeiten hier durch unser schönes Wiesental führen. Gleich vier bekannte Berge prägen das Landschaftsbild dieser Region, da ist bei Schopfheim die Hohe Möhr ( 988,8 m) , weiter hinten befindet sich der Zeller Blaue ( 1077 m) und wie der Name schon sagt, findet man ihn bei der Stadt Zell i. Wiesental.



Bewegt man sich weiter hinter auf der B317 in Richtung Schönau, dann kommt man zum schönsten Berg hier im Südschwarzwald, mit seiner runden Kuppel ragt er aus den grünen, dicht bewaldeten Hügeln des Wiesentals empor, der Belchen ( 1414,2 m) und nur ein paar Kilometer weiter, grüßt uns aus dem Oberen Wiesental der höchste Berg des Südschwarzwaldes , der schon weiter über die Grenzen hinaus bekanntere Feldberg ( 1493 m). Die großflächige Region mal intensiver zu erkunden, das war der Grund, weshalb wir im Sommer 2021 von Steinen aus gestartet sind und im letzten Jahr die Tour zu Ende gegangen sind, es liegt uns nicht, etwas anzufangen und nicht zu Ende zu bringen.





Ich hoffe, dass euch diese kleine Serie von Schritt für Schritt durch die Heimat gefallen hat und wir euch eventuell dazu begeistert haben, hier in diese zauberhafte Region zu reisen, oder sogar ermutigen konnten, die ein oder andere Wanderung durch diese urige, wilde, teilweise naturbelassene Landschaft zu unternehmen. Wir haben es jedenfalls sehr genossen, das ein oder andere versteckte Fleckchen zu entdecken und unsere Gedanken frei schweifen zu lassen. Die Natur hier bildlich festzuhalten und euch und der restlichen Welt da draußen zu zeigen, man muss nicht immer weit von zu Hause entfernt Urlaub machen, manchmal liegt die Erholung und der Ausgleich vom Arbeitsalltag direkt vor unserer Haustür. Wir werden diese Tour auf der Wanderapp Komoot rein stellen, falls es noch jemand gibt, wo Schritt für Schritt diese wunderschöne Ecke Deutschlands entdecken möchte.
Danke allen Lesern, die unseren Blog verfolgen und die Geduld aufgebracht haben, solange auf die Fertigstellung der Serie zu warten. Viel Spaß auch weiterhin bei tollen Berichten, über Flüsse, Berge, Seen oder auch mal zu einem Ausflugsziel in traumhafter Landschaft, denn unsere Welt ist schön… eure Heike und Jürgen
http://www.schwarzwald-tourismus.info
https://www.kleines-wiesental.eu/
http://www.fischerhuette-nonnenmattweiher.de
https://www.bauernhausmuseum-schneiderhof.de
http://www.vogelpark-steinen.de
Einzelne Daten aus dem Wikipedia verwendet.