Wer mein Blog etwas verfolgt hat, der konnte mitlesen, dass wir 2021 im Juni zu dieser Tour aufgebrochen sind und sie wegen schlecht Wetter frühzeitig abbrechen mussten, die letzten Kilometer dann erst im vergangenen Jahr bis zum Ende gelaufen sind. Wieder war es Juni und wieder war es sehr heiss und wieder mussten wir zum Schluss zusehen, dass wir trocken nach Hause kommen.
Eigentlich hätten wir oberhalb von Todtnauberg starten müssen, an der Schweinebühlhütte, dann hoch über den Westweg zum Notschrei und von da zum Wiedener Eck bis auf den Belchen. So war der ursprüngliche Plan, doch wer öfter auf unserem Blog ist, der weiß, dass es bei uns ab und an zu Planänderungen kommt. Man muss einfach mal flexibel sein.
So fuhr uns im letzten Sommer an einem Samstagmorgen um 6.00 Uhr der Zug von Steinen nach Zell i. Wiesental. Von dort ging’s mit dem Bus bis hinter nach Utzenfeld und dort trafen wir dann ca. 7.30 Uhr ein und konnten vom örtlichen Rathaus aus die Fortsetzung der Sommertour 2021/22 aufnehmen.

Warum Utzenfeld? Wie im Bloggbericht „Das Sommerkleid der Buche“ beschrieben, wollte ich ja unbedingt die Buche mit der riesigen Krone, welche über dem großen Utzenfluh thront, in ihrem vollen Sommerkleid fotografieren. So kam es, dass ich mich dazu entschied, die Tour nicht von Todtnauberg, sondern von Utzenfeld aus zu starten und von hier aus zum Wiedener Eck zu wandern, um dort auf die Ausgangsstrecke zu stoßen und weiter zu laufen. Das hieß zwar, dass wir den Notschreipass auslassen würden, dafür aber über Knöpflesbrunn kamen, somit ein weiteres Stückchen Heimat auskundschafteten. Zwei Fliegen mit einer Klappe! Toll!! Auf was ich mich da einließ… ich würd sagen, das „gehen“ wir vielleicht Schritt für Schritt gemeinsam an.
Auf gehts, am besten gleich mal wieder bergauf, damit die restlichen Weihnachtspfunde purzeln, vom Utzenfelder Rathaus hoch über den Engelsweg zur kleinen Utzenfluh und dann weiter hoch zum großen Fluh mit sommerlicher Buche und Blick zum Belchen. Und nicht schwächeln, das war nur ein kleiner Anstieg, gegenüber denen, wo heute noch folgen. 🫣






Noch ein wenig weiter hoch in das Naturschutzgebiet des Utzenfluh wollten wir laufen und von dort oben unser erstes Vesper zu uns nehmen, hatten ja noch nicht wirklich was gefrühstückt. Außerdem hatten wir den herrlichen Ausblick von hier oben noch in guter Erinnerung vom Ausflug im April. So suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und genossen nicht nur unseren Kaffee.



Im April fanden wir zum ausruhen einen großen Fels mitten auf der Wiese, doch als wir diesmal nach dem Frühstück weiter gingen, staunte ich nicht schlecht, als uns ein üppig grünes, dicht verwachsenes Meer aus Farnen empfing.


Das Naturschutzgebiet neigte sich dem Ende zu und wir trafen oben auf den breiten Wanderweg, links würden wir nach Todtnau oder auch Todtnauberg kommen, aber wir entschieden uns ja für die rechte Wegführung, ausgeschildert mit Wiedener Eck und Knöpflesbrunn. Und hier kam er auch schon, der nächste Aufstieg, und dann gleich noch so steil…aber die Aussicht! Seht selbst.




Wir waren so begeistert, dass wir kurzerhand entschieden, im hier existierenden Berg – Gasthaus, eine schöne kalte Cola zu trinken. Außerdem stiegen die Temperaturen schon wieder sehr rasch auf die 30 Grad Marke an.



Nach etwa einer halben Stunde ging’s auch schon weiter für uns. Auf Wiedersehen du schöne Aussicht, so schnell vergessen wir dieses herrliche Fleckchen Erde nicht. Ein paar Schritte weiter fanden wir eine super tolle Grillstelle, ideal also für einen Familienausflug oder Anlaufstelle auf einer Wanderung. Knöpflesbrunn bietet für jedermann etwas.




Aha, die ersten 4,5 km lagen hinter uns und ebenso viele nochmal bis wir erstmal zu dem Dörfchen Wieden kommen. Na dann machen wir uns mal auf die Spur. Auch auf diesem Teil, gabs links und rechts lauter Schönes oder auch mal Uriges zu sehen.




Es wurde immer wärmer und ich war froh, als wir dann endlich mal zur Mittagszeit in Wieden ankamen, ich hielt Ausschau nach Wanderschildern, da ich wissen wollte, wie weit der Belchen noch genau entfernt war, weil wir diesen noch überqueren wollten heute. Ob wir das überhaupt noch körperlich umsetzen könnten, bei den Temperaturen und mit unseren gut gepackten Rucksäcken.


Also ca. 9 km hatten wir schon hinter uns und 8 km sollten es noch werden, oh ha. Ich halt mir erstmal zur Motivation die 2 km bis zum Wiedener Eck vor Augen, denn jetzt ging’s streng bergauf und das über eine Teerstrasse, die Wanderer hier unter euch, werden jetzt eventuell genauso leise schluchzen, wie ich an diesem Tag. Bei gefühlten 40 Grad im Schatten, wenn man welchen bekam, auf einer dampfenden Teerstrasse. 🥵 Wieso ist es eigentlich immer so heiß auf unseren Touren, ach ja wir befinden uns im erholsamen Sommerurlaub.




Oh endlich!!! Das wunderschön anzuschauende Tor zum Wiedener Eck. Jetzt gehts direkt auf den Westweg zum Belchen, welcher über den gleichnamigen Steig zu erreichen ist. „Hab ich Steig gesagt… „ was heißt, bergauf? Mimimi 🥺







Es war herrlich, hier so im schattenspendenden Wald zu wandern, es ging auch mal angenehm geradeaus. Trotzdem rannte uns der Schweiß, wie Wasser über den Körper , es war einfach unerträglich heiß geworden. Ich tauchte mein Tuch ein weiteres Mal in einen, zu meinem Glück, am Wegrand stehenden Brunnen mit eiskalten Wasser und zog es über den Kopf, damit ich nicht überhitzte. Ein Hitzschlag würde das Ende dieser wunderbaren Tour bedeuten und den wollte ich vermeiden. Denn nun kam der knackigste Anstieg des Tages.



Der Belchensteig ist ein, auf einem Naturpfad folgender, Wanderweg rund um und auf den Belchen verlaufend. Insgesamt ist er ca. 14 km lang , ein prämierter Wanderweg und am besten vom Wiedener Eck ausgehend zu bewandern, auch gern als Tagesausflug zu genießen. Einkehrmöglichkeiten bieten das Hotel am Wiedener Eck, das Belchenhaus oder die Gastwirtschaften direkt in Örtchen Wieden. Wir hatten ja unsere Verpflegung auf dem Rücken und mit dieser stiegen wir nun weiter nach oben, hoch zum Gipfel des schönsten Berges des Südschwarzwald.




Ich war ziemlich kaputt und müde oben angekommen, die letzten Meter wäre ich am liebsten mal wieder auf allen Vieren hochgekrochen, aber die gute Erziehung meiner Eltern hielt mich davon ab. 😅 Zudem wehte hier ein kühlendes, leichtes Lüftchen und machte das Ganze dann doch recht angenehm zu bewältigen. So genossen wir die traumhafte Aussicht bis zu den Schweizer Alpen und rüber zum Feldberg. Auch die Möglichkeit auf ein blubberndes erfrischendes Wässerchen aus dem gekühlten Getränke Automat trieb uns voran und ließ uns leichtfüßig das letzte Stückchen Weg hinter uns bringen.






Nun waren wir schon einige Stunden unterwegs und hatten etliche Kilometer hinter uns gebracht, doch nun sollten wir so langsam ein Nachtlager finden. Dies ging natürlich nicht hier oben, auf einen von Besuchern überlaufenen Ausflugsziel, an einem Wochenende im Naturschutzgebiet, also hieß es für uns zwei, nochmal Kräfte zusammen sammeln und runter vom Berg . Es wird sich schon was finden, um diesen Tag gemütlich ausklingen zu lassen.






Wir stiegen über die Route in Richtung Stuhlskopf, Münstertaler Aussicht nach Hinterheubronn ab, auch ein wenig anspruchsvoll, erst recht wenn man schon fast 20 km hinter sich hat. Es ging auf schmalen, steinigen Wurzelpfad nach unten. Danach wechselte der Weg zu einem breiteren Waldweg über, was den Abstieg angenehmer machte und das Vorwärtskommen beschleunigte. Allmählich umhüllte uns das sanfte Licht der Abendstimmung, kein Mensch kreuzte unseren Weg, es wurde ganz still im Wald nur hier und da war das Rascheln eines Mäuschen zu hören und das Zirpen der Grillen begleitete uns. Wir kamen an der kleinen Kapelle zu Ehren des Pfarrer Strohmayer an. Hinter dieser befand sich ein gemütliches Rastplätzchen mit traumhaften Ausblick und wunderschönen herannahenden Sonnenuntergang, somit stand für uns fest, hier verweilen wir, um unser Abendessen zu uns zu nehmen und diesen langen, von Hitze geprägten, anstiegsreichen Tag, genüsslich ausklingen zu lassen.








Die letzte Etappe beginnt im kühlen Nass und endet auch fast in einem solchen und warum es zum Schluss noch eine Nachtwanderung wurde, das alles erfahrt ihr im nächsten und somit auch abschließenden Teil der Sommertour Schritt für Schritt durch die Heimat, hier auf diesem Blog. Eure Heike
http://www.knoepflesbrunnen.de