November Rain – Spaziergang zwischen den Regentropfen

Für diejenigen, wo bei der Überschrift gedacht haben, ich schreibe hier den Songtext des bekannten Welthits der berühmten Rockgruppe Guns N‘ Roses , dann muss ich euch sogleich enttäuschen. Der Titel ist mir als erstes in den Sinn gekommen, als ich neulich im November einen kleinen Spaziergang unternahm, trotz Regenwetters. Nachdem ich 8 Tage flach lag, und mal so gesagt Hausarrest hatte, war ich froh am neunten Tag endlich mal wieder paar Schritte weiter machen zu dürfen, als nur vom Bett zur Couch und wieder zurück. Es zog mich einfach raus, ich warf einen Blick aus dem Fenster und beobachtete den Regen, nach einiger Zeit ließ er etwas nach und schwups schlupfte ich in angepasste Kleidung und ging vor die Tür. Ich wollte die gewohnte Strecke laufen, da dürfte ich so in einer Dreiviertelstunde wieder daheim sein, das sollte reichen für den ersten Ausgang.

So lief ich den Weg hinter zu der Stauanlage an der Wiese entlang, wo hier fließt, bei den Gärten vorbei. Nach nur ein paar Metern fing ich schon die ersten Motive ein und kam richtig in Schwung dabei.

Ich lief recht beschwingt, der Regen machte mir nichts aus. Meine Gedanken schweiften um den Monat November. Warum ist er eigentlich jedes Jahr so verrufen? Kalt, dunkel, nass, grau, nebelig, das sind die Worte die ich zu hören bekommen, wenn es um den November geht. Also ich finde es ist ein toller Monat, er bietet Zeit, nochmal das Jahr Revue passieren zu lassen, bei einer heissen Schokolade in angenehm gewärmter Stube, wenn man nicht hinaus gehen möchte. Man kann zu Hause mal paar liegengebliebene Dinge aufarbeiten, oder schon Pläne für das kommende Jahr schmieden. Und wenn man sich dann doch mal in die Natur traut, zeigt sich diese in ihrem ganz eigenen wunderschönen Kleid. Die Bäume sind noch teilweise in einem warmen Grün und die Wege werden von bunten Blättern bedeckt, manchmal schauen sie aus, als hätte jemand einen rotbraunen Teppich ausgerollt. Über die Wiesen schwebt sanft wie ein Schleier der Nebel hinweg, als würde die Welt schlafen gelegt, eine besinnliche Ruhe strahlt dies aus.

Ich bin nun doch schon fast eine Stunde unterwegs, so langsam schwindet das Licht hier oben im Wald und ich mache mich auf den Rückweg. Ich entdecke noch ein paar schöne Motive, welche ich mir nicht entgehen lasse, sie bildlich festzuhalten. Mir kommt noch die Idee, die Bahngleise zu fotografieren in dieser abendlichen Stimmung und ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Aus sicherer Entfernung warte ich noch auf den hier vorbeifahrenden Zug, ich möchte mal was Neues ausprobieren, so halte ich mein Handy bereit zum abdrücken. Huiiii, schon donnert er an mir vorbei, ich drücke den Auslöser. Sofort blicke ich auf mein Display, um zu sehen, ob ich Erfolg hatte und war für meine Sicht der Dinge positiv überrascht.

Nun wird es aber doch langsam Zeit, dass ich nach Hause komme. Völlig zufrieden mit den eingefangen Eindrücken eines Spaziergangs zwischen den Regentropfen in einer mir sich, von ihrer ebenfalls, schönen Seite zeigender Natur, kam ich an diesem November Abend glücklich zu Hause an. Sogleich machte ich mich an die Bearbeitung der Bilder und stellte fest, zu jeder Jahreszeit gibt es Dinge, für die es sich lohnt vor die Tür zu gehen, es muss nicht immer die Sonne dafür scheinen, man muss nur besser hinsehen.

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