Am vierten Tag unserer Sommertour wurden wir vom warmen Schein der Morgensonne geweckt, welcher durch das kleine Fenster der Hütte strahlte. Es erwartete uns wieder ein herrlicher Sommertag. Wir traten vor die Tür, sogleich wurde das Wasser für den Kaffee aufgesetzt, ein kleines Frühstück gerichtet, so dass wir noch in Ruhe die morgendliche Stimmung hier über dem Tal mit der herrlichen Aussicht genießen konnten. Die Schlafsäcke haben wir hier mal kurz gelüftet, danach wurden sie sorgfältig wieder verschnürt, dazu das Outdoor Geschirr, die Hygiene Utensilien und nach ca. 1 Stunde sind wir entspannt los gewandert an diesem sonnigen Donnerstagmorgen. Ohne zu erahnen, wie dieser Tag sich noch komplett anders, als geplant, umgestaltete. Aber vorerst liefen wir noch zum Aussichtspunkt vom Köpfle, noch ein Blick zurück auf Menzenschwand, danach ging’s in Richtung Farnwitte.



Es lief sich beschwingt, leicht bergauf und die Natur war wieder genau nach unserem Geschmack. Heidelbeersträucher, soweit man blicken konnte, Farne, Gräser, Bächlein einfach heimelig diese Gegend hier. Von Farnwitte konnte man nochmal herrlich über das ganze verschiedene Grün drüber schauen und diese fast unberührte Natur in Ruhe betrachten.



Wir bogen nach rechts auf den E1 Fernwanderweg ein. Aha , verläuft also so eine große Tour, hier entlang. Interessant, das man dies mal so kennenlernt. Das der bekannte Westweg hier entlang führt, war mir bewusst, unsere Wanderrouten kreuzen diesen öfter mal , schon allein, wenn wir wieder auf und um den Belchen herum auf Tour sind. Aber so ein Europäischer Fernwanderweg, hat schon was, na zumindest sind wir ihn nun am heutigen Tage ein Stück gefolgt. Hier eröffnet sich zwischendurch noch ein wunderschöner Blick über den Schluchsee, wir pausierten kurz, genossen den Ausblick.



Wären wir auf dem E1 geblieben, so wären wir gegen Mittag am Schluchsee bei Aha gewesen oder früher , danach wären wir wie geplant zum Windgefällweiher gelaufen und dort hätte wir den restlichen Tag verbracht, wären eventuell baden gegangen. Aber wir wollten ja noch bisschen Gepäck los werden, daher schlugen wir an der nächsten Wegzweigung um auf die blaue Raute, da wir vermuteten in Altglashütten eine Post zu finden. Welch großer Irrtum.

So nun waren wir gegen Mittag also in Altglashütten an der Tankstelle angekommen, dort erfuhren wir, es gibt keine Post mehr. Erst wieder in dem Ort Schluchsee. Was für ein Malheur, wer schon auf Wanderschaft war, wird es nachvollziehen können. Da stehst nun in der brütenden Mittagshitze in einem Dörfchen, wo eigentlich doch der ein oder andere Tourist seine Unterkunft hat, hier reihen sich Ferienwohnung an Ferienwohnung und noch Pensionen und kleine Hotels und dann keine Post, und auch keine Bank , also wenn man was braucht, wird’s eng hier in Altglashütten. Der Tankwart erklärte uns durch die Pandemie ist einiges eingeschlafen hier und kaputt gegangen. Furchtbar! So schöne Gegend und kleine Wirtschaften, und doch musste der ein oder andere schließen.
Also , wir mussten nach Schluchsee und um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, entschieden wir uns kurzerhand für die Strecke auf die Bahnverbindung auszuweichen. In Schluchsee kamen wir ca. zur dreizehnten Stunde an. Oh Mann, was für ein Glück, die Post macht gerade Mittag und öffnet erst 15 Uhr wieder, Boah das kostet Zeit!
Was macht man, na bei dem Wetter, geht zumindest immer ein Eis. Dann schlenderten wir durchs Mittags ruhende Städtchen, wo es an der Zeit war, mal selbst etwas Kraft zu tanken und wir suchten uns eine Bank. Wir beobachten ein wenig die Leute, plötzlich viel uns eine Frau auf, welche Hilfe benötigte. Sie war mit dem Fahrrad unterwegs und zwischendurch gestürzt. Ihre Knie bluteten ordentlich und keine Arztpraxis hatte zu dieser Zeit offen. Wir hatten zum Glück ein Erste Hilfe Set dabei und waren ganz gut ausgestattet, mein Mann versorgte ihr die Wunden und so konnte auch sie diesen Nachmittag noch ihre Fahrradtour fortsetzen.




Endlich, die Post öffnete ihre Türen wieder, wir gaben das überflüssige Gepäck ab, danach noch an die Bank, bisschen Bares holen, die meisten Wirtschaften sind nicht unbedingt für Karten Zahlungen ausgestattet, gerade im Gebirge. Wir haben daher immer etwas Kleingeld dabei. Nun war es aber an der Zeit wieder weiter zu wandern, besser gesagt, erstmal wieder auf die Route zu kommen. Am See entlang liefen wir , ja sehr lange, zwischen durch suchten wir eine Badestelle, mal zum abkühlen und einfach ein sauberes Gefühl zu haben. Danach wäre eine Grillstelle nicht schlecht, damit wir mal was essen und später nur noch ein Schlafplatz brauchen. Es wird doch wohl eine Hütte kommen? Was waren wir an diesem Tag zuversichtlich. Naja, eine Badestelle war schon mal gefunden.






Die Erfrischung tat uns gut, wir genossen das kühle Nass, stand die Sonne doch schon sehr tief an diesem Sommernachmittag, es war auch noch sehr heiss um diese Uhrzeit.
Weiter ging’s vorwärts zu dem Örtchen Aha, da soll ein Natur Camping Platz sein. Super, wir würden Grillstelle und ein Nachtlager haben, könnten eventuell nochmals in den See und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Hast gedacht…wir kamen dort vorne an, Camping ausgebucht. Oh je, nächste Möglichkeit, Windgefällweiher, wo wir wieder an unsere Tour anknüpfen könnten und im Zeitplan, am nächsten Tag weiterwandern würden. Es waren noch ca. 3 km bis dorthin, machbar für uns, also weiter laufen.
Von diesem Abschnitt habe ich keine Fotos, ich war zu sehr damit beschäftigt, vorwärts zu kommen und bald was zu essen in den nun langsam knurrenden Magen. Als wir vorne am Weiher ankamen, stellten wir zu unserer Enttäuschung fest, das wir nicht nur, am ganzen Weg keine Grillstelle gefunden hatten, auch waren hier, wo der Windgefällweiher einst mal als Geheimtipp galt, ein Hotel und Badeplatz entstanden, also auch keine Möglichkeit für uns hier zu nächtigen und um den ganzen See wollten wir nun auch nicht mehr laufen, in der Hoffnung, etwas abseits unsere Ruhe zu finden, dabei wären wir ja auch wieder rückwärts gelaufen. Also blieb nichts anderes übrig, als ja weiter zu laufen. Wohin , jetzt kommt’s… Altglashütten 😆😆😆 ich hätte, oooooch neee!!! Nach einer Weile standen wir also wieder an diesem Bahnhof, jetzt mag i aber nimmer! Wir fuhren mit der Bahn nochmal , aber diesmal in die andere Richtung, ins Bärental, dort war eine Grillstelle auf unserer Karte eingezeichnet, also würden wir wenigstens schon mal was zum Essen bekommen.

Es war kurz vor 20.00 Uhr, als wir ankamen, jetzt aber zügig, wie lange hat der Supermarkt hier auf? Ohhh zum Glück, endlich auch mal heute, bis 21.00 Uhr. Puhhh durchatmen, was zum trinken, paar Würstchen zum grillen und dann , ja wo ist denn nun die Feuerstelle. Karte raus, drauf geschaut, muss hier in der Nähe sein, orientierend schauten wir uns um. Hinter dem Supermarkt ging ein Pfad entlang, dort befanden sich Wander Beschilderungen, wir liefen paar Schritte und ahhh dort war ein wunderbares geeignetes Plätzchen. So fanden wir auch gleich noch unser Nachtlager. Es gab eine Hütte, leider privat und daher abgesperrt, aber es gab Bänke und die empfanden wir als genau richtig. Es war Sommer und es war warm, daher alles super. Wir hatten sogar Gesellschaft von einer Camperfamilie und somit etwas Unterhaltung. Man tauschte sich bei einem Gläschen Wein aus und gegen 23 Uhr waren wir in unsere Schlafsäcke gemummelt und über uns der Sternenhimmel. Wunderbar.

Eigentlich, doch ein gelungener Tag. Richtig schöner Wald am Morgen, danach ein Ausblick zum verweilen, der wunderschön erfrischende Schluchsee und nun sogar zum Abschluss des Tages, gemütliches Lagerfeuer mit Unterhaltung und sogar schon weiter gekommen, als geplant. Morgen sind wir dann in der Feldberg Region und da erwarteten uns gleich mehrere Highlights.
Aber erstmal Schlafen und morgen im Schwarzwaldmädl genussvoll frühstücken. Bleibt gespannt, was wir dann auf der fünften Etappe alles erleben durften. Bis dahin bleibt gesund Heike und Jürgen