Wir starten also die dritte Etappe mit ohrenbetäubenden Motorengeräuschen, der Waldarbeiter. Daher versuchen wir so zügig wie möglich, ohne Frühstück im Magen, die Teerstrasse weiter ansteigend zur Gisibode Alm, hinter uns zu bringen.

Die Sonne blinzelt durch die Bäume und nach einer Dreiviertelstunde sind wir oben angelangt, da genießen wir schon die ersten schönen Ausblicke. Neben uns liegt eine Kuhweide, sie führt so richtig schön breit den Hang abwärts bis zum Waldrand. Über die Bäume hinweg geschaut kann man von hier, zum Hasenhorn und danach bis zum Belchen rüber blicken, diesen wir hoffentlich am 6.Tag erreichen werden.

Auf der Gisibode Alm herrscht noch friedliche, morgendliche Ruhe, da zuckt noch niemand, darum orientieren wir uns schnell noch an den Schildern, wo wir weiterwandern müssen und suchen uns dann erstmal ein gemütliches Plätzchen zum Frühstück.



Wir werden am Wegrand fündig, eine Bank, bisschen eingewachsen in der kniehohen Wiese, aber von hier haben wir einen Ausblick bis ins kleine Wiesental zu dem schönen Belchen. Keine Frage, Rucksäcke runter, etwas Gras auf die Seite, hier bleiben wir und sofort wird von Jürgen Kaffeewasser aufgesetzt, während ich Fotos schiesse und Munin flattert freudig hin und her, er musste unbedingt auf ein Bild, glücklich über diesen herrlichen Flecken Erde, wo wir den Tag nochmal ganz in Ruhe starten können.



Nachdem wir unseren Energiehaushalt aufgetankt hatten, für diesen Morgen, konnte es richtig los gehen. Wir orientierten uns in Richtung Herzogenhorn und folgten vorerst der Ausschilderung der Bike-Crossing-Route bis zur Wegekreuzung des Bernauer Kreuz. Dort blieben wir auf dem Weg geradeaus, dieser ging dann in ein Naturschutzgebiet über und wie soll ich es sagen, dass war schon ein kleines Highlight für uns.

So lieblich, idyllisch, wie wir die Natur dort vorfanden, konnten wir gar nicht anders, als kurz zu verweilen. Das Häuschen welches hier stand, wäre genau recht, um dort paar Tage auszuspannen, mit dem Grillplatz und dem Schnaps Kästchen, so herzig aufgebaut. Das naturbelassene Weideland lag wunderschön am Waldrand, sanft verliefen die Grashügel ineinander, zwischendurch kreuzten kleine Wasserquellen das üppige Grün. In der Nähe sprudelte ein Quelle aus der Wiese, an dieser Jürgen sogleich unser Wasser auffüllte.



Wir liefen rechts den Naturtrampelpfad hinein und waren gleich nochmal begeistert. Ach wie wunderschön märchenhaft war es hier am Wegrand. Es fehlten nur noch die kleinen Trolle und Feen , so ein Idyllischer Ort. Das Flüsschen des Prägbach plätscherte hier friedlich vor sich hin, welches wir überquerten und dann wieder oben auf den breiten beschilderten Waldweg trafen. Einfach unbeschreiblich schön war dieses kleine Schwarzwälder Naturparadies, da könnte ich einen ganzen Tag verträumen.

Am nächsten Wegekreuz herrschte schon etwas regeres Treiben, waren wir doch bis zu dieser Tageszeit, die Uhr zeigte 10.30 an, noch keiner Menschenseele begegnet. Treffen nun hier gleich mehrere Wanderwege aufeinander, vom Feldberg ( 1493 m) und Seebuck ( 1448 m) verlaufen hier Nordic Walking oder Bike-, und Crossing-Routen bis rüber zum Herzogenhorn ( 1415 m) und der mit [ D ] gekennzeichnete Dreiländerweg „Rund um Basel“, führt auch hier entlang, sowie der bekannte Schluchtensteig. Dem mit der roten Raute ausgeschriebenen Aufstieg zum Herzogenhorn folgten wir , somit hieß es nun Schluss mit gemütlichen Wandern, jetzt wird mal wieder was geschafft. Hoch zum Gipfelkreuz!

Eine knappe Dreiviertelstunde brauchten wir, dann konnten wir die weite Aussicht genießen, die man von hier oben hat. Zur einen Seite den Seebuck und Feldberg, zur anderen Bernau und Menzenschwand, bevor wir aber zu diesem kleinen im Tal liegende Dörfchen hinab stiegen, ließen wir uns noch ein bisschen die Mittagssonne auf den Pelz scheinen. 😎




Vom drittgrößten Berg hier im Südschwarzwald, wollten wir eigentlich noch an diesem Tag, die Menzenschwander Wasserfälle mitnehmen, aber irgendwie sind wir irgendwo mal falsch abgebogen und kamen stattdessen über den Geissenpfad im Hinterdorf von Menzenschwand raus.







Es war Mittlerweile wohl so 13 Uhr, als wir uns entschieden, hier in ein Gasthaus einzukehren und einen Cappuccino und a Cola zu trinken, dabei studierten wir die Karte, wie wir wieder auf unsere Route zurück kommen würden. Eine Post wäre auch nicht schlecht, wir hatten den Gedanken gefasst, die Wäsche, wo wir nicht mehr benötigten nach Hause zu Jürgens Mama zu schicken , das wir etwas Ballast von den Schultern bekommen, jedes Gramm zählt, beziehungsweise wiegt.
Gewicht sind wir nicht los geworden, eine Post gibt es nicht mehr in Menzenschwand, erst in Bernau wieder. Ok, dann müssen wir die Sachen noch bisschen weiter mit herum tragen. Wir liefen am Nachmittag vorwärts ins Vorderdorf und hielten Ausschau nach Wanderschildern, nach kurzer Zeit fanden wir welche, rasch bogen wir auf den Trampelpfad ein , dieser führte uns bergauf. Wechselten dann auf einen gut zu laufenden Waldweg , ich meine es war die gelbe Raute, sofern ich dass auf der Karte nochmal im Nachhinein verfolgt habe, zumindest verläuft diese zu der Hütte und die Wegführung passt auch.

Die Sonne drückte noch einmal mit voller Kraft vom Himmel herunter und uns wurde schnell klar, sobald wir eine Hütte finden oder eine Grillstelle, dann wird ein Nachtlager aufgeschlagen. Lange brauchten wir zum Glück nicht mehr laufen, schon bald eröffnete sich uns eine wunderbar gelegene Hütte, sie hatte alles was man so benötigt. Eine Feuerstelle, diesmal sogar eine Tür zum verschließen und einen Ausblick, davon kann man nur träumen. Wir genossen die warmen Abendstunden, erfreuten uns an der herrlichen Landschaft und dieser Stille, mit dem Gefühl, man ist irgendwo im Nirgendwo. Man kann es fast nicht glauben, dass wir nur paar Kilometer von zu Hause entfernt waren, so kuschelten wir uns wieder in unsere Schlafsäcke und schliefen glückselig und fest ein. In dieser Nacht hörte man absolut gar nichts, nur der Wind säuselte ums Häuschen und hier und da raschelte ein Mäuschen oder Fuchs, wer weiß. 🤷🏻♀️


Am nächsten Morgen wachten wir entspannt auf, erfreuten uns wieder an herrlichen Wetter und auf schöne Momente auf der nächsten Etappe. Das diese dann total anders als geplant kam und wie wir dann doch noch bisschen Gepäck los wurden , auch wenn’s uns wahnsinnig viel Zeit gekostet hat, dass erfahrt ihr im nächsten Bloggbericht. Bis dahin bleibt gespannt, eure Heike von gehpaeck 😎