Zurück, von unserem kurzen Abstecher über den Säuling, befinden wir uns nun wieder gedanklich in Erinnerung schwelgend, auf unserem Wanderweg Schritt für Schritt hier im „dunklen“ Südschwarzwald. Weiter gehts auf der zweiten Etappe von der Geisäckerhütte bis naja wie soll ich sagen, eigentlich hatten wir , wenn ich das jetzt so im Nachhinein betrachte, kein wirkliches Nachtlager auf diesem Abschnitt. Zumindest nicht dort, wie wir es geplant hatten, manche Tage verlaufen eben einfach anders, auf so einer Tour. Aber das erfahrt ihr hier… beim weiterlesen, warum dieser Tag, anders verlief wie zu Hause besprochen. 😅
Gestartet sind wir an der Gaisäckerhütte, wo wir am Abend uns eingemummelt in unsere Schlafsäcken verkrochen und die erste Nacht draußen in der freien Natur unter Sternenhimmel verbrachten, zumindest, wenn man die Nasenspitze heraus streckte, konnte man welche erblicken, da ja die Gaisäckerhütte nicht geschlossen war, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Wir genossen den Kaffee bei morgendlichem Vogelgezwitscher, die Nachricht, dass zwei Fremde hier unter ihnen genächtigt haben, musste schnellstens verbreitet werden. Herrlich dieses Gezwitscher und der milde Wind , wo durch die Blätter säuselt. Da braucht man kein Radio. So gegen 8.00 Uhr sind wir langsam aufgebrochen, blieben auf der Schilderung mit blauer Raute, dieser Weg verlief weiter aufwärts und wir kamen an der Kopp – Hütte vorbei, welche wir mal Anfang 2021 gesehen und die wir eigentlich angesteuert hatten, doch die Kräfte gleich am ersten Teil, bei einer Mehrtagestour zu verballern, lag uns nun mal nicht. Außerdem, kennen wir nun so eine Hütte mehr hier in der Region. 😉
Puh, das ging aber an diesem Morgen wieder mächtig bergauf, denkt man gar nicht, wenn man die sanften grünen Hügel hier in der Gegend betrachtet, dass sie teilweise eine ganz schöne Steigung aufweisen können. Doch knacken viele hier die 1000 m Marke und die können ganz schön anstrengend sein, vor allem, wenn die Sonne schon 9.00 Uhr runterbrennt, als wäre man in der Sahara unterwegs. Und dieser riesige Rucksack drückte unentwegt auf die Schultern, aber endlich war Licht, besser gesagt, das Blau des Himmels zwischen den Baumwipfeln zu erblicken, dies sagt mir meistens, wir sind fast oben. Ja toll! Fast oben traf es genau, hier waren Baumfällarbeiten vorangegangen und somit, war die Sicht auf den Himmel frei. 🙄 Hieß somit auch, die restlichen Höhenmeter in praller Sonne zu erklimmen… dafür gab es oben ein kleines Leckerli mit Ausblick ins kleine Wiesental und ein leichter Luftzug sorgte für Abkühlung.


Wenn’s hoch geht, dann gehts auch meistens wieder runter , so wie für uns, an diesem Vormittag. Wir wanderten weiter auf der gelben Raute und folgten dem von schattenspendenden Bäumen geprägten Waldweg. Da war es wieder, das angenehme Wandern. Nach kurzer Zeit liefen wir an einer Ziegenweide vorbei, wurden neugierig begutachtet und bemeckert. Danach eröffnete sich eine ganz wunderschöne weite Aussicht auf das nun gegenüber von uns liegende Obere Wiesental, welches wir die nächsten Tage noch in Richtung Feldberg durchlaufen wollten, zumindest einen Teil davon. Eine herrliche abgemähte Wiese liefen wir den schmalen Trampelpfad hinunter, genossen dabei diese Ausblicke und kamen dann unten in Fröhnd an.



Eben noch beschwingt den Berg hinunter gelaufen, hatte ich das Gefühl, hier im Tal staut sich die Hitze. So war es dann ganz angenehm, als wir den Rad,- und Fußweg an der kühlen Wiese ( dem Fluss, der am Feldberg entspringt) in Richtung Schönau, einzuschlagen. Dabei entdeckten wir noch eine Naturbadestelle, die uns auf eine Idee brachte, den Tag umzuplanen und kurzerhand einen Abstecher ins nahegelegene Schwimmbad von Schönau zu machen. Abkühlen, abduschen, kurz chillen 😎 immerhin hatten wir ja Urlaub. So nahmen wir die ca. 2km bis dahin in Angriff. In praller Mittagssonne, hieß es jetzt durchziehen… bis zum erfrischenden kühlen Nass. 🥵


Boahhh, dass zog sich aber auch bis Schönau! Kurz nach dem Ortsschild hielten wir an dem ansässigen Rewe, um schnell mit einer kalten Cola den Durst zu löschen und Vorräte fürs Abendessen zu besorgen. Wem Schönau kein Begriff sein sollte, dem sagt doch aber sicherlich unser ehemaliger Bundestrainer unserer Fußballnationalmannschaft Joachim Löw etwas? Dieser kommt nämlich hier aus dem schönen kleinen Örtchen aus dem Schwarzwald und darauf sind die Schönauer ganz stolz, auch wenn Jogi mittlerweile nicht mehr hier wohnt.



Für uns ging es nach der zweistündigen Pause und einem leckeren Cappuccino weiter auf dem Wanderweg. Nun kamen wir nach Utzenfeld, ja dieses kleine Dorf , ist uns bekannt. Euch mittlerweile auch, aus den Bloggbericht „Das Sommerkleid der Buche“, wer ihn gelesen hat. Hier in Utzenfeld wohnte Onkel Werni, daher kannte Jürgen von früheren Familienbesuchen her, den Bolzplatz und wusste, dass es dort eine Grillstelle gab, an der wir unser Abendessen zubereiten konnten. Wir kamen also dort an, alles war sehr schön sauber gestaltet und fingen an zu köcheln. Auf dem Fußballfeld wurde trainiert, was uns ja nicht störte, nur aus der anderen Sichtweise, waren wir, so fühlte es sich an, nicht ganz so willkommen. Zumindest wurden wir gut beobachtet und das was wir so taten. Selbst von der, in ihren Feierabend, an uns vorbeilaufenden Kuhherde, wurden wir beäugt.

Es war uns irgendwie am Ende etwas unangenehm, dort länger zu verweilen, was nicht schlimm war. Schlecht war nur, dass wir noch einen Schlafplatz brauchten und der nächstmögliche befand sich im Gebirge hoch in Richtung Gisibode Alm. Wir überlegten lange hin und her, was wir machen. Zurück zum Campingplatz in Schönau oder doch den mühsamen , ansteigend verlaufenden Wander-Trampelpfad hoch zur Gisibode Alm noch überwinden, um am nächsten Morgen gleich von dort oben in die dritte Etappe zu starten. Immerhin war es erst 19 Uhr und es war Hochsommer, da ist es um diese Zeit noch drei Stunden hell, also warum nicht wagen. Mit diesem Gedanken brachen wir zu einer Nachtwanderung auf.

So befanden wir uns eine halbe Stunde später auf dem Radweg nach Gschwend, von da aus sollte unser Wanderweg starten. Sollte! Aber es kommt anders als man … genau, plant. Wir mussten wohl relative Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben, mit unseren großen Rucksäcken. Jedenfalls wurden wir von einem Einheimischen angesprochen, wo wir wohl um diese Zeit noch hin wollen? „Ja, nach Gisibode halt.“ sagten wir überzeugt davon, es heute noch zu bewältigen. Dieser meinte aber: „ … wenn überhaupt, dann nur über die Teerstrasse!“ , wegen Bauarbeiten am Berghang mit eventueller Rutschgefahr. Ok, dann also Teerstrasse. Aber erst noch a Schöfferhofer Grapefruit, zum Wohl. 🍻

Ohhh Mann, was hat uns dabei geritten, hier noch Nachts hochzulaufen. Natürlich zog sich dieser Aufstieg ewig , nach etlichen Kurven und entgegenkommenden Autos verließ uns doch zwischendurch die Motivation, aber wir bissen uns durch, schwatzten nebenher über Gott und die Welt. Schön ist das, wenn man sich als Paar soviel zum erzählen hat und es irgendwie nie langweilig wird. Endlich konnten wir eine Hütte in der Dunkelheit erahnen, und wir waren froh, als sich dies auch noch bewahrheitete. Doch sogleich wurde unsere Freude getrübt, Abgeschlossen!! 😩 „ ich laufe kein Meter mehr!“ Gisibode ist immer noch ca. 2km entfernt und anstrengende 4 km lagen hinter uns. Wir bleiben hier, egal was kommt und wenn wir auf dem Boden schlafen. Morgen sieht doch die Welt schon wieder ganz anders aus.
Gesagt, getan! Auf dem Boden mussten wir nicht schlafen. Mein Liebling sorgte schon dafür, dass es ein bisschen gemütlich wurde. Was soll ich sagen, ich für meine Verhältnisse, hab sehr gut geschlafen, unter freiem Sternenhimmel mit leichten Sommerlüftchen um die Nase , der Wind säuselte sein Abendlied durch die Bäume und dann, ja dann schliefen wir auch schon tief und fest ein…

Um 6.00 Uhr in der Früh wurden wir geweckt, aber nicht etwa von lieblichen Vogelgezwitscher, wie am Vortag, sondern durch die Waldarbeiter, welche ihre Maschinen pünktlich zum Schichtbeginn anwarfen. Somit krochen wir zerknautscht aus unseren Schlafsäcken, kochten schnell den ersten Kaffee auf und packten unsere sieben Sachen zusammen, um dann zur dritten Etappe aufzubrechen. Was wir da alles erlebt haben und wie weit wir vorwärts kamen, dass könnt ihr dann demnächst hier auf unserem Blog weiterlesen, bis dahin bleibt gespannt, euer gehpaeck Team Heike und Jürgen