Schritt für Schritt durch die Heimat

Sommertour 2021/2022 – Erste Etappe

Im Sommer 2021 ging es uns, wie den Meisten von euch auch, dass man durch die ganzen Pandemie Vorschriften, einfach nicht aus dem Land gehen wollte, um Urlaub zu machen. Nun ja ganz und gar daheim bleiben wollten wir auch nicht, daher kam es uns in den Sinn , vielleicht könnte man mal was ganz einfaches ausprobieren. Warum nicht das Auto im Urlaub schonen, schließlich fährt es uns das ganze restliche Jahr hin und her, kreuz und quer. Daher kam uns die Idee, eine Rucksack Tour von der Haustür ab bis hinter zum Schluchsee, Feldberg und dann von dort über den Notschrei übers Wiedener Eck, unserem Hausberg dem Belchen, durchs Kleine Wiesental zurück nach Hause zu machen. Gesagt, getan, wir legten uns noch etwas Ausrüstung und Kartenmaterial zu und gingen auf Papier die Strecke durch, insgesamt kamen wir dabei auf ca. 140 km. 🙈 Ok, wie lange brauchen wir dafür ungefähr, wieviel km sind machbar an einem Tag, wo übernachten wir? Ausgerechnet haben wir 8 Tage, ca. 15 -20 km je nach Strecke und Wetter sind möglich und übernachten… naja, seht selbst. Ich würde sagen, wir schnüren den Rucksack bildlich nochmal fest und begeben uns gedanklich zurück in den Sommer 2021.

Montag 19. Juli Bahnhof Steinen zur Geisäckerhütte

Schon am Vorabend packten wir die Rucksäcke und stellten sie Abmarschbereit in den Flur, unser Maskottchen der Rabe Munin Van Varis wurde fest verschnürt. Am Montagvormittag, ca. 9.30 Uhr ging es dann los. Wir liefen bei strahlendem Sonnenschein den Radweg an der Wiese entlang, bis wir hinten zum Wanderparkplatz kamen, von dort ist der „Hebel-Wanderweg“ ausgeschrieben, welchen wir benutzten. Auf schmalem Weg schlugen wir uns am Fluss durch, bis nach Schopfheim. Immer wieder hingen Äste oder Sträucher quer vor unseren Gesichtern, dann lag mal ein Baum quer und wir mussten mit dem gesamten Gepäck auf dem Rücken drunter durch. Also das war dann gleich mal ein kräftezehrender Auftakt für unsere Tour. In Schopfheim angekommen, waren wir schon das erste Mal durchgeschwitzt, sogleich zog es uns in den dortigen REWE , Cola, Cola, Cola!

Jetzt konnte es weitergehen, nach der kurzen Erfrischung, lief es sich gleich viel beschwingter. Wir setzen unsere Tour fort und liefen nach Langenau, kurz nach dem Ortsschild hieß es für uns bergauf in den Wald abbiegen. Und hier passierte schon das erste Malur! Mein Mann bemerkte, dass etwas nass wurde , hinten an seinem Gesäß. Da wir ja Wasserflaschen an den äußeren Seiten der Rucksäcke befestigt hatten, hatten wir erst diese in Verdacht, aber leider zu unserer traurigen Feststellung hatte es eine der vier Dosen Jim Beam-Cola erwischt, welche sich nun im inneren des Rucksackes verteilte. Zum Glück, sag ich mal wurden durch unsere sorgfältige packweise nur Dinge besudelt , wo abwaschbar waren, Klamotten hatte ich im Gepäck. Aber trotzdem ärgerlich, alles klebt und der Tag fing erst an.

Nachdem wir alles notdürftig gesäubert und wieder verstaut hatten, setzten wir unsere Wanderung fort, wir waren ja nicht weit gekommen. Also bisschen Tempo jetzt!

Das Örtchen Enkenstein kam nun in unsere Sicht und dort beschlossen wir kurz auf einer Bank zu verweilen, denn danach hieß es knackig bergauf. Das Bergdörfchen Gresgen war unser nächstes Ziel und dies lag ca. 4 km aufwärts durch den Wald. Die Mittagssonne brannte, der Weg zog sich weiter und weiter. Ich musste zwischendurch immer wieder absetzen, das Gewicht des Rucksacks schien sich schier verdreifacht zu haben, während wir durch dieses eigentlich sehr schöne Waldgebiet liefen. Die Bäume sind hoch gewachsen und am Wegrand findet man Heidelbeersträucher und Farne, Moos bedeckt den Waldboden. Der Duft des Waldes schwelgte durch die Luft, es war dämsig, da es die Nacht vorher gewittert und geregnet hatte. Jetzt, wo die Sonne so heiss runterbrannte, drückte es schwülwarm auf uns herab. Das erschwerte uns den Aufstieg extra noch, aber wir, b.z.w. eher ich biss mich durch, irgendwann werden wir schon mal ankommen, in Gresgen.

Na endlich… das erste Haus war in Sichtweite und schon wurden die Schritte wieder leichter, wir durchquerten die Ortsmitte und kamen oben am Friedhof an. Ein Brunnen mit kaltem klaren Wasser und eine Bank luden uns ein, kurz zu verweilen. Oh herrlich, dieses kühle Nass im Nacken und über den erhitzten Kopf, eine wahre Wohltat. Jürgen saß auf der Bank und unterhielt sich mit einem kleinen Mütterchen übers Wetter und darüber, wo wir mit diesen riesengroßen Rucksäcken hin wollten und ich schoss schnell ein Foto.

Kurz darauf mussten wir auch schon wieder weiter, weiter den Hügel auf der geteerten Straße zum Ort hinaus zum Waldrand. Von dort aus hatten wir einen herrlichen Ausblick über Gresgen und dem Vorderen Wiesental bis in die Schweiz.

Ein paar Meter weiter konnte man herrlich über Zell i. Wiesental blicken, nun ging’s für uns wieder rein in den Wald auf schmalem Pfad, so langsam sollten wir die Zeit im Blick behalten, wir brauchen noch ein Nachtlager mit Feuerstelle. Die Gegend hier war uns eigentlich bekannt, hier waren wir auch schon mal von der anderen Seite hoch gewandert. Der Zeller Blaue (Berg) gibt dieser kleinen Region seinen Namen, das Zeller Bergland. Wir hofften auf eine uns bekannte Hütte zu stoßen, aber wie wir später feststellen mussten, waren wir an diesem Spätnachmittag noch sehr weit entfernt.

Daher waren wir heilfroh, das sich uns die am Wegrand Liegende Geisäckerhütte auftat. Da wurde nicht lange überlegt, unser Nachtlager war gefunden. Schlafsäcke gerichtet, Lagerfeuer an, Kaffee aufgesetzt und was nahrhaftes in die Pfanne.

Zum Ausklang der ersten Etappe genossen wir die drei überlebenden Jim Beam mit Cola, ganz in Ruhe, gemütlich, den Tag Revue passieren zu lassen am Feuerchen, mitten im Wald. Die Nacht verdrängte mit einer wunderschönen Abenddämmerung den Tag und es war nur noch das Rauschen des Windes, welcher durch die Baumwipfel säuselte zu hören. Hier und da raschelte es im Gebüsch, oder ein Käutzchen rief zur Nachtruhe auf, der wir uns langsam annahmen und uns in die Schlafsäcke kuschelten, denn nach der Etappe ist vor der Etappe. Somit sag ich für heute: „Gute Nacht…Fortsetzung folgt!“ Eure Heike

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