Im Oktober zog es uns, wiederholt zum unzähligsten Mal, zur Sonnenuntergangsstimmung, auf den Belchen. Hier im Kleinen Wiesental, gilt er mit seinen 1414,2 m ü.NHN , als schönster Berg des südlichen Schwarzwaldes. Ich erwähne hier diese Region, da mir bewusst ist, es gibt weitere schöne Berge im Schwarzwald. Um nur einige kurz zu erwähnen, da befindet sich unweit von Freiburg der höchste Berg des Schwarzwald, der Feldberg ( 1493 m ü. NHN ) und das Herzogenhorn ( 1415 m ü. NHN ) , im Nordschwarzwald liegt der bekannte Kandel ( 1241,3 m ü. NHN ). Jeder von ihnen ist einzigartig in seiner Landschaft mit seiner Tier und Pflanzenwelt. Wir waren im Sommer auf Tour ( wird noch ausführlich berichtet) in der Feldberg Region und es war für uns eine wunderschöne Erfahrung, dort durch die Wälder zu streifen, an den Seen vorbei , den Wiesen und Waldlichtungen entlang der kleinen Bachläufe zu wandern. Nun kann ich aber hier „nur“ über die Erfahrungen schreiben, die wir auch selbst erlebt haben und somit möchte ich euch heute auf eine abendliche Wanderung mit hoch auf den Gipfel zum Belchen nehmen.

Gestartet sind wir am Parkplatz der Belchenbahn. Von dort aus ist es der kürzeste Aufstieg und der unbeschwerteste, da ja Ziel an diesem Abend nicht der Weg war, sondern den Sonnenuntergang zu bewundern. Es war ein kühler herbstlicher Nachmittag, als wir aufbrachen und schon beim Aufstieg merkten wir , es wird eine interessante Erfahrung. Die Nebelfelder hingen tief und zogen nur langsam ins Tal hinab , ob wir überhaupt etwas sehen konnten, wurde immer abenteuerlicher, wortwörtlich schleierhafter.

Am Belchenhaus angekommen, wurde uns schnell klar, dass wird kalt! Wir waren natürlich nicht ganz unvorbereitet losgezogen, lange Unterhosen und Zwiebelschalensystem, um den Oberkörper warm zu halten, wie auch festes warmes Schuhwerk hatten wir an uns. Dazu heißen Tee, der uns von innen wärmen sollte, aber Handschuhe… ohje und ich wollte die neue Kamera ausprobieren, dass gibt bestimmt kalte Finger.

Vom Belchenhaus hatten wir noch einigermaßen einen klaren Blick ins Tal hinunter. Immer wieder schwebte der Nebel langsam und lautlos an den mit Felsen und Sträuchern versehenen Abhängen drüber weg bis zur Baumgrenze hinab, schlung sich durch die Wipfel der Tannen und Laubbäume und bahnte sich seinen Weg hinab, zu den nun schon beleuchteten Siedlungen und kleinen Dörfern unterhalb des Belchenarials. Es hatte etwas mystisches. Ein kühler Schauer durchlief meinen Körper und doch blieb ich ruhig am Rande des Abgrundes auf der feuchten Wiese liegen, um genau diesen doch so friedlichen Moment mit der Kamera einzufangen. Ich hatte hier das Gefühl, so kühl und schaurig, fast beängstigend der Nebel auch wirkt, er hüllt die Welt in ein aus leichten seidengleichen Schleier, damit sie unter ihm zur Ruhe kommen kann.

Nun, schauen wir doch uns das Ganze vom Gipfel aus an. Es sind ja nur noch 600 m vom Belchenhaus bis zu seinem kuppelförmigen Dach, wo das Gipfelkreuz steht. Oben angekommen erblickten wir erstmal… nun ja nichts außer einer weißen Wand aus Wolken und Nebel, nicht einmal der Weg war noch ersichtlich. Wir fanden eine der Bänke und stellten dort unseren Rucksack ab und warteten, tranken Tee und bei jeglicher kleinen Lichtung des weißen Tuches, sprang ich hoch und versuchte ein paar Schnappschüsse einzufangen , von dieser mystischen abendlichen Stimmung.


Ganz alleine waren wir allerdings an diesem kühlen Abend nicht, immer wieder kam der ein oder andere Sporttreibende vorbei, man grüßte sich, war sich über die eingeschränkten Sichtverhältnissen und das langsam sich frostig anfühlende Wetter einig. Wünschte sich gegenseitig einen schönen Abend und gutes Gelingen. Nach 1,5 Stunden waren wir so durchgefroren, dass wir uns auf den Heimweg machten. Wir folgten dem ausgeschilderten Rundweg mit Blick ins Münstertal und dann sich dem kleinen Wiesental zuwendend , am Berg entlang schlängelnd zurück zum Belchenhaus. Hier auf diesem kleinen Pfad entstand dann noch zum Abschluss eines meiner Lieblingsfotos auf diesem Ausflug. Wenn ich jetzt zurückblickend daran denke und während ich hier schreibe, die Bilder aussuche, verspüre ich Wehmut.


Es war eine Erfahrung und ich bereue nicht eine Minute, die Kälte ist vergessen, was bleibt sind Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Abend, inmitten eines von der Natur entwickelten Schauspieles, was uns keine Angst machen sollte, sondern nur beweist, wenn wir besser vorbereitet sind, es genießen können und in uns zur Ruhe kommen können, wenn wir es nur zu lassen. Gleich wie die Natur den Nebel leicht und sanft über die Berge, Wälder, Wiesen und Dächer unserer Häuser ziehen lässt, gewährt er doch immer wieder Lichtblicke und wärmende Sonnenstrahlen im Leben, sollten wir es auch zu lassen und ihn einfach still beobachten. Mit diesen Worten wünschen wir euch einen geruhsamen Adventssonntag.
Euer gehpaeck Team Jürgen und Heike
















